Neues Projekt für die Kinder

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Do, 15. April 2021

Kreis Emmendingen

Der Kenzinger Verein Zarok fördert ein mehrmonatiges Hilfsprojekt für 45 jesidische Kinder im Nordirak.

(BZ). Der Kenzinger Verein Zarok hat eine Traumagruppe für Kinder im Nordirak gestartet. Das Projekt, das im März begann und noch bis August läuft, wird zusammen mit der Partnerorganisation Khaima organisiert und kostet je 8650 Euro.

Das Projekt richtet sich an Kinder, die mit ihren Familien vom sogenannten Islamischen Staat 2014 aus ihrer Heimat im Sindjargebirge vertrieben wurden. Wie Zarok in einer Pressemitteilung erklärte, lebten diese Kinder aktuell noch immer unter prekären Bedingungen im Flüchtlingslager Sharya im Nordirak oder in Behelfsunterkünften und Zelten am Stadtrand. Ziel des Hilfsprojektes sei es, Traumata zu bearbeiten, die Resilienz der Kinder zu fördern und ihre Identität zu stärken. Die Familienangehörigen werden, soweit möglich, in die pädagogische Arbeit miteinbezogen.

Jesidische Familien in Flüchtlingsunterkünften leiden unter der wirtschaftlich schwierigen Lebenssituation, den Wohnverhältnissen und Auswirkungen der Coronapandemie. Viele sind durch erlebte Gewalt und Folter traumatisiert, haben Erschießungen miterlebt, Familienangehörige verloren. Laut Aussagen des Vorsitzenden des Zentralrats der Jesiden in Deutschland, Irfan Ortac, seien jesidische Sklavinnen bis nach Saudiarabien, in die Türkei, nach Libyen, den Jemen, Katar oder sogar bis nach Pakistan verschleppt worden. Die vertriebenen Familienangehörigen bleiben ohne Hoffnung und Unterstützung, ohne Information und jede Perspektive in Flüchtlingsunterkünften fern der Heimat zurück. Kinder aus diesen Familien seien für die Gruppe ausgewählt worden, schreibt Zarok.

Geleitet wird das Hilfsprojekt von den pädagogischen und psychologischen Mitarbeiterinnen der lokalen Panaga Organization for Education. Sie arbeiten sechs Monate lang zweimal die Woche mit den Kindern in Kleingruppen. Grundlage der Arbeit ist der Aufbau einer guten, vertrauensvollen Beziehung. Pädagogische Themen sind die Sensibilisierung für und die Prävention von Covid-19, gute Hygienegewohnheiten, Disziplin und Respekt. Gemeinsames Spielen und Singen stärkt den Zusammenhalt der Kinder und ermöglicht positive gemeinsame Erfahrungen. Beim Malen und Zeichnen erleben die Kinder Freude beim Gestalten und Erfolge. Alle kunsttherapeutischen Angebote seien äußerst beliebt, schreibt Zarok. Grundlagen der Theaterpädagogik werden eingesetzt – so würden die Kinder lernen, sich auszudrücken, mit ihren Emotionen möglichst konstruktiv umzugehen und sich selbst besser zu regulieren.

Mehr Informationen im Internet unter: http://www.zarok.de