Gemeinderat

Neues Ringsheimer Feuerwehrhaus kommt neben die Halle

Klaus Fischer

Von Klaus Fischer

Di, 30. Juni 2020 um 20:52 Uhr

Ringsheim

Geht es nach dem Willen des Gemeinderats, wird das neue Feuerwehrhaus südlich der Kahlenberghalle gebaut. Dafür hat sich das Gremium am Dienstagabend ausgesprochen.

Mit deutlicher Mehrheit (neun Ja-Stimmen, eine Nein-Stimme, keine Enthaltung) folgte das Gremium am Dienstagabend damit dem Vorschlag der Feuerwehrhaus-Baukommissionen, die zwölf Standorte im Ort geprüft und die Fläche südlich der Halle favorisiert hatte. Wegen des großen Interesses der Bürger an der Entscheidung und vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie fand die Sitzung in der Kahlenberghalle statt.

Die Frageviertelstunde zu Beginn der Sitzung blieb von den Bürgern ungenutzt. Gegner des Standorts brachten bislang vor allem zwei Gründe vor: Anwohner am Grasweg, deren Gärten an das künftige Gelände angrenzen, fürchten um mehr Verkehr und mehr Lärm. Andere machen ihren Widerstand an den Kosten für die zusätzlich zu bauende Zu- und Abfahrt (Rampe) fest, mit der das neue Feuerwehrhaus an die Hauptstraße angebunden werden soll.

Die Hauptstraße ist in diesem Bereich ansteigend, weil sie in der Verlängerung über die Bahnlinie führt. Etwa fünf Meter Höhenunterschied muss dabei überwunden werden. Sollte die Bahn einmal die Rheintalstrecke für höhere Geschwindigkeiten ertüchtigen und dabei das Brückenbauwerk erhöhen, muss die Rampe nachgebessert, sprich erhöht werden (wir berichteten). Knackpunkt dabei: Die Kosten für die Rampe – die Fachleute errechneten inklusive Nachbesserung wegen der Bahn zuletzt eine knappe Viertelmillion – muss die Gemeinde selbst tragen, während für den Bau des Feuerwehrhauses ein Zuschuss von rund 200 000 Euro in Aussicht steht, bei Gebäudekosten von 1,2 bis 1,5 Millionen Euro. Kostensenkend (etwa 170 000 Euro) soll die Verwendung von gebrauchtem Erdaushub anstelle von reinem Kies wirken.

Um eine Vorstellung über das Rampen-Bauwerk zu bekommen, hatte die Feuerwehr in den Tagen vor der Gemeinderatssitzung am Standort vor der Kahlenberghalle ein Holzgerüst errichtet, das die Dimension der Zu- und Abfahrt anschaulich machte.

Jetzt, da die Entscheidung für den Standort gefallen ist, kann es an die konkrete Planung von Feuerwehrhaus und Rampe gehen. "Wie das Feuerwehrhaus einmal optimal auf dem Gelände platziert wird, ist noch unklar", erklärte Feuerwehrkommandant Christian Feist. Doch die Zeit drängt, denn spätestens bis Februar nächstes Jahr muss die Planung stehen, um den Förderantrag beim Land zu stellen. Eine Förderzusage im nächsten Jahr hält Kommandant Feist dann noch für wahrscheinlich.

Eine Unbekannte bleibt zudem: Der Ringsheimer Joachim Pfeffer ist Gegner des Standorts und hatte im Vorfeld der Sitzung angekündigt, dass er auf eine Entscheidung des Gemeinderats pro Kahlenberghalle mit einem Bürgerentscheid reagieren und den Beschluss noch zu Fall bringen wolle.