Verhütung

Nur wenige der beliebten Zyklus-Apps sind zuverlässig

Nadine Zeller

Von Nadine Zeller

Mi, 07. März 2018 um 08:24 Uhr

Gesundheit & Ernährung

BZ-Plus Statt auf hormonelle Verhütungsmittel setzen viele Frauen auf Apps – doch nur wenige der Smartphone-Anwendungen sind zuverlässig. Gynäkologen reagieren alarmiert.

Immer weniger Frauen nehmen die Antibaby-Pille. Gleichzeitig erleben natürliche Verhütungsmethoden einen Boom. Sogenannte Zyklus-Apps sollen den Frauen dabei helfen, die fruchtbaren Tage zu erkennen. Doch die meisten der Smartphone-Anwendungen sind unsicher. Gynäkologen reagieren alarmiert.

Irgendwann begannen sich die Frauenärzte eines Stockholmer Krankenhauses zu wundern: Innerhalb von drei Monaten hatten sich rund 40 Frauen gemeldet, die allesamt ungewollt schwanger geworden waren, obwohl sie verhütet hatten. Rasch stellte sich heraus, dass die Frauen die Zyklus-App Natural Cycles benutzt hatten. Die vom TÜV Süd zertifizierte, mit renommierten Reproduktionsmedizinern entwickelte Zyklus-App sei so sicher wie die Pille, warben die Anbieter vollmundig. Doch 37 ungewollte Schwangerschaften sprachen eine andere Sprache.

Mangelhafte Technik
Die Geschichte von Natural Cycles steht symptomatisch für einen zunehmend unübersichtlichen Markt an Verhütungs-Apps. Sie heißen Lily, Ovy, Clue, Flo oder Maya und geben vor, den Eisprung und somit die fruchtbaren Tage der Frau zuverlässig ausrechnen zu können. Dazu müsse, so die Anbieter, die Frau die Miniprogramme aus dem Google oder dem Apple Store nur mit ihren Zyklusdaten füttern. Doch so vielfältig die Markennamen sind, so mangelhaft ist die Technik dahinter. Denn die meisten Anwendungen erheben nicht genug Parameter. Beliebte Apps wie Clue und Flo errechnen den Eisprung beispielsweise rein mathematisch auf Basis des Zyklusbeginns der Nutzerin. Sie suggerieren, dass es ausreicht, wenn Frau den ersten Tag ihrer Periode eingibt.

Andere Anwendungen fordern die Nutzerin zwar ...

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