Neuentwicklung

Offenburg ist Vorreiter mit "Bus+-App" für besseren ÖPNV

Helmut Seller

Von Helmut Seller

So, 14. März 2021 um 08:00 Uhr

Offenburg

Wie voll ist der Stadtbus und wann kommt der nächste? Vier junge Offenburger haben für die Stadt eine App entwickelt, die nicht nur für Schüler den ÖPNV attraktiver macht.

Wie voll ist der Stadtbus und wann kommt der nächste? Mit einem Blick auf die eine bislang bundesweit einzigartige "Bus+App" können Fahrgäste der Offenburger Stadtbus-Linien, insbesondere Schüler, unkompliziert herausfinden, ob es noch Platz gibt, ob ihr Bus Verspätung hat und wann ein Verstärkerbus mit freien Plätzen kommt. Entwickelt haben das vier junge Offenburger, die das Start-up "Newcon GmbH" gegründet haben und im Technologiepark ansässig sind: Philipp Kreit (Geschäftsführung/Vertrieb), Niklas Bühler (Geschäftsführung/Entwicklung), Jannis Rutschmann (Marketing) und Milo Skupin-Alfa (Entwicklung), der auch als Spitzensportler der LG Offenburg bekannt ist.

"Toll, dass wir solche Kreativität und solches Knowhow in Offenburg haben und es unserer Stadt direkt zugute kommt", lobte OB Marco Steffens das findige Quartett bei der App-Premiere am Freitag vor dem Rathaus. Ziel der Neuentwicklung ist es laut Bürgermeister Hans-Peter Kopp, der die Federführung des Projekts hatte, mehr Komfort in den ÖPNV zu bringen und dazu beizutragen, dass das Infektionsgeschehen gering bleibt. Auf den Weg gebracht hatte die Idee der vor kurzem in den Ruhestand verabschiedete Fachbereichsleiter Michael Hattenbach, der das Entwicklerteam kannte. Laut Kopp kam am 4. November 2020 ein Kontakt zustande, einen Monat später war das Projekt unterschriftsreif, und mit sieben Videokonferenzen wurde es vorangetrieben. Dass die vier Jungs mit immer neuen Anforderungen durch die Stadt konfrontiert wurden, machte die App-Entwicklung zusätzlich anspruchsvoll.

Ampelsystem und einfache Bedienung

"Wir wollten ein möglichst vollautomatisches System unter Einhaltung des Datenschutzes", sagte Kopp. Der städtische Datenschutzbeauftragte Philipp Singler habe einen sehr guten Draht zum Landesamt für Datenschutz, wo man von dem Projekt begeistert gewesen sei. Mit im Boot waren auch die SWEG als Verkehrsbetrieb und der Tarifverbund Ortenau (TGO), ebenso Reno Beathalter der bei den Technischen Betrieben Offenburg unter anderem für den ÖPNV zuständig ist.

Für "Bus+", wie die App heißt, war in den Stadtbussen kein zusätzlicher Aufwand nötig. Genutzt werden die vorhandenen Wlan-Router, über die Echtzeitinformationen zur Auslastung und zum Standort des Busses generiert werden.

Anhand eines Ampelsystems können die Nutzer leicht erkennen, wie es um die Besetzung des Busses bestellt ist: Erscheint der Bus in der App grün, ist er fast leer, bei Gelb gibt es noch Platz, bei Rot ist die Auslastung hoch. Dann kann auf den folgenden Bus gewartet werden, der in der App ebenfalls sichtbar ist. Wichtige Infos, wie Abfahrtszeit, Ankunft sowie Fahrzeit werden ebenfalls angezeigt. Und weil die aktuelle Busposition und Verspätungen übermittelt werden, können unnötige Wartezeiten an der Haltestelle vermieden werden.

Nach Angaben von Philipp Kreit lasse sich auch die täglich genutzte Strecke als Favorit abspeichern – mit einem Klick gibt es die wichtigen Infos. "Dankeschön, dass Sie den Mut hatten", sagte Kreit an die Verantwortlichen der Stadt. Offenburg sei Vorreiter mit der App, die "hoffentlich gut angenommen wird." Zunächst funktioniert das Angebot nur in den Offenburger Stadtbussen.

Die "Bus+App" ist ab sofort unter http://busplus.offenburg.digital verfügbar und steht zum Download im App-Store von Apple und für Android-Geräte im Google Play Store bereit.