ÖPNV

Offenburgs Oberbürgermeister will ein Ein-Euro-Busticket einführen

Nele Augenstein

Von Nele Augenstein

So, 22. September 2019 um 19:31 Uhr

Offenburg

Beim Mobilitätstag vor dem Offenburger Rathaus hat OB Marco Steffens auch Verbesserungen für den Busverkehr in der Stadt angekündigt – unter anderem mit einem Ein-Euro-Ticket.

Welche Alternativen es zum eigenen Auto gibt, zeigte der vierte Offenburger Mobilitätstag am vergangenen Samstag. Von 10 Uhr bis 14.30 Uhr warteten Gewinnspiele, Lastenfahrräder für Testfahrten und Musik auf die Besucher. Die Stadt Offenburg informierte auch über die verschiedenen Angebote wie Carsharing oder ÖPNV.

Bei der Cargobike Roadshow konnten Besucher des Mobilitätstages die verschiedenen Modelle der elektrischen Lastenfahrräder ausprobieren. Cargobikes bieten in ihren Körben genug Platz für den Transport von Kindern oder Einkäufen. Dank E-Antrieb bleibt das Fahren aber dennoch leicht. Für Kinder waren die Testfahrten in den besonderen Rädern ein großer Spaß.

Am Stand der städtischen Marke Einfach Mobil gab es gleich zwei Gewinnspiele. Musikalisch unterstütze Valentin Kaeshammer die Veranstaltung.

Zwei weitere Stationen beim Carsharing geplant

Ganz unter dem Motto "Klimaschutz einfach machen" wurden verschiedene Alternativen zum Auto präsentiert. Eine davon, das sogenannte Carsharing, wird von der Stadtmobil Südbaden AG angeboten. An fünf Stationen werden insgesamt acht Fahrzeuge in Offenburg und Umgebung verliehen. Bereits zwei weitere Stationen seien geplant, erzählte Jonas Meßmer. Die größte Herausforderung beim Carsharing sei, es einfach mal zu probieren. Die Selbstverständlichkeit der Großstädte fehle in Offenburg leider noch.

Dabei sei Carsharing für größere Unternehmungen ideal wenn kein eigenes Auto vorhanden ist. Meßmer hoffe, dass mehr Menschen Interesse zeigen und ausprobieren ob das Angebot vielleicht zu ihnen passe. Der Vertrag sei jederzeit fristlos kündbar.

Immer mehr Menschen bedienen sich an den Fahrradstationen

Der Fahrradverleih in der Stadt bietet eine Ergänzung für kurze Strecken. Zum Beispiel an vier Mobilitätsstationen können rund um die Uhr Räder ausgeliehen werden. Eine Alternative, auf die merklich immer mehr Menschen zurückgreifen würden. So wurden im vergangenen Jahr rund 8000 Fahrräder ausgeliehen, berichtet der zuständige Experte aus der Stadtverwaltung, Mathias Kassel. Eine Zunahme von 20 bis 30 Prozent sei jedes Jahr zu beobachten. "Meine Aufgabe ist es, den regionalen Verkehr um Blick zu haben", erklärte Kassel seinen Job bei der Stadt. Er ist Ansprechpartner der Stabstelle Mobilität der Zukunft. Seine Aufgabe: die verschiedenen Angebote in die Region zu tragen und zu vernetzen.

Die Stadt ist bereits in Gesprächen mit dem Tarifverbund

Auch OB Marco Steffens nutze den Mobilitätstag um über die neuesten Entwicklungen des ÖPNV in Offenburg zu berichten. Geplant sei die Verbesserung der öffentlichen Verkehrsmittel und die Einführung eines Ein-Euro-Tickets für das Stadtbus-Netz. Der Gemeinderat arbeite daran, dass Fahrten innerhalb Offenburgs zukünftig nur noch einen Euro kosten sollen. Dafür sei man bereits in Gesprächen mit dem Tarifverbund, die eine positive Tendenz zeigten.

Doch nicht nur erschwingliche Tickets seien notwendig, sondern auch Maßnahmen in vielen anderen Bereichen, erklärte Thilo Becker vom Fachbereich Tiefbau und Verkehr. Das günstige Tickets nütze nämlich wenig, wenn keine Busse fahren. Deshalb sei ebenso wichtig, dass einige Linien auch spätabends und am Wochenende fahren werden.

Um den erhöhten Bedarf zu decken reiche die Kapazität des ZOB am Bahnhof nicht mehr aus. Auch hier solle es in Zukunft Veränderungen geben. Es sei also ein komplettes Paket geplant, um den ÖPNV attraktiver zu gestalten und schließlich eine vollwertige Alternative zum eigenen Auto zu bieten.