TV-Show

Offenburgerin Lisa-Marie Christ überzeugt Voice-of-Germany-Jury

Ralf Burgmaier

Von Ralf Burgmaier

Fr, 30. Oktober 2020 um 17:30 Uhr

Offenburg

Die 25-jährige Offenburgerin ist nach Hannah Wilhelm die zweite Überraschung in der Show "The Voice of Germany". Die Jury riss sich um die Südbadenerin mit der starken Stimme.

Die Ortenau ist stimmlich hervorragend vertreten in der aktuellen Staffel von The Voice of Germany. Mit Hannah Wilhelm aus Lahr, beziehungsweise Ettenheim, beziehungsweise München, und Lisa-Marie Christ aus Offenburg, beziehungsweise Neuried, sind zwei ausdrucksstarke Stimmen im Wettbewerb um die schönste Pop-Stimme Deutschlands 2020. In der am 15. Oktober ausgestrahlten Staffel qualifizierte sich Hannah Wilhelm überzeugend für die nächste Runde. Am Donnerstag dieser Woche gelang dasselbe Kunststück Lisa-Marie Christ noch überzeugender.

Sie verzauberte Jury und Zuschauer mit einer Singer-Songwriter-Version des 1990er-Elektropop-Knallers "What is Love?" von Haddaway. Einem Stück, das eigentlich von kalter Rhythmusmechanik und kalkuliertem Hit-Schreibertum geprägt ist, gewann die 25-Jährige einen Gänsehautmoment nach dem anderen ab. Sich selbst auf der Ukulele begleitend, schwang sich ihre Stimme, mit wunderschönen souligen Girlanden verziert, in immer luftigere Höhen und ließ die Zuhörer zugleich erlittenes Liebesleid in der Refrainzeile "don’t hurt me no more" spüren.

Ray Garvey, der Stratege, und Samu Haber, der hemmungslose Flirter, machen das Rennen um Lisa-Marie

Die Jury quittierte das mit einem Viererbuzzer. Das heißt alle vier Jury-Stühle drehten sich für Lisa-Marie um, und der Wettstreit unter den Jurorinnen und Juroren oder die "Wreibewrei", wie er irische Juror Rea Garwey mit kultiviertem Akzent erklärte, begann darum, in wessen Team Lisa-Marie Christ in den nächsten Folgen den Angriff auf den Titel The Voice of Germany starten sollte. Ray Garvey schoss Juror und Mitbewerber Mark Forster geschickt aus dem Rennen, indem er darauf hinwies, dass Forster die Ukulele hasse. Der musste einräumen, dass er das Saiteninstrument normalerweise Uncool-ele nennt. Auch dass er gleich hinterherschob, seine Meinung zur Ukulele zu überdenken, sollte Lisa-Marie in sein Team kommen, half nicht. Lisa-Marie entschied sich für das Team Samu-Rea, zumal Samu Haber, Ray Garveys Jurypartner auf dem Doppelstuhl, auch noch gnadenlos mit Lisa-Maries Mutter aus der zur moralischen Unterstützung anwesenden Familie Christ flirtet: "Ich bin doppelt interessiert", sagte Haber, der Schelm.

Lisa-Marie Christ ist 25, wohnt heute in Neuried, stammt aber aus Offenburg, wo sie aufs Schiller-Gymnasium ging. Wie sie erzählte, hat sie sich in Heidelberg zur Hebamme ausbilden lassen und war mittlerweile schon bei rund 300 Geburten dabei. Auch das kam bei den Juroren blendend an. Der weibliche Jury-Doppelstuhl mit Yvonne Catterfeld und Stefanie Kloß warb dann auch um Lisa-Marie mit dem Argument, dass sie beide "Mamas" seien.



Obwohl dermaßen umworben und umschmeichelt, bewahrte Lisa-Marie Christ die Fassung und zeigte sich als durch und durch sympathische junge Frau. Die Offenburger Herkunft verriet ihr makelloses Hochdeutsch nicht, bis ihr einmal ein sympathisches "isch" für "ist" herausrutschte.

Ebenfalls sehr hohes Niveau hatte Hannah Wilhelm in die Show gebracht. Mit dem schwierigen Song "Underdog" der amerikanischen Popsängerin Alicia Keys hatte sie die Jury überzeugt. Seit Jahren ist die erst 23-jährige gebürtige Lahrerin in der Musikszene der südlichen Ortenau eine feste Größe. Beide Ortenauerinnen haben das Potential weit zu kommen.