"Pegel entspricht allen Vorgaben"

Gerald Nill

Von Gerald Nill

Mo, 05. Oktober 2020

Kleines Wiesental

Behörden zu Kritik vom BUND.

(gn). In der Diskussion um angeblich manipulierte Messungen am Pegel der Kleinen Wiese in Tegernau beziehen das Umweltamt des Landkreises Lörrach sowie das Regierungspräsidium Freiburg auf Nachfrage der BZ ausführlich Stellung. Der BUND hatte kritisiert, dass eine Staustufe am Pegel in Tegernau zu hohe Wasserstände angebe, was letztlich auch eine Beregnung des Nassholzlagers bei anhaltender Trockenheit erlaubt habe. Hierzu erklärt nun das Umweltamt: "Der Pegel in Tegernau entspricht allen technischen Vorgaben. Dies gilt auch für das Messprofil." Die Vermutung, dass der Pegel mit dem Ziel gebaut wurde, eine größere Wassermenge als die tatsächliche vorhandene vorzutäuschen, sei mit Sicherheit falsch, so Ansgar Drost. Es gehe darum, "reproduzierbar und nachvollziehbar den Abfluss in Litern pro Sekunde zu ermitteln". Der Wasserstand in Zentimetern sei nur eine relative Größe, die sich aus der Geometrie der Messstrecke ergebe. Um sehr geringe Wasserstandsänderungen im Millimeter-Bereich überhaupt sicher nachvollziehen zu können, würden an das Messprofil hohe Anforderungen gestellt. So müsse das Wasser dort möglichst gleichmäßig fließen, Wellenbildung durch eine turbulente Strömung würden das Messergebnis verfälschen. Auf die Nachfrage, warum am Pegel der Wiese in Zell keine Aufstauung stattfinde, antwortet Drost: "Jeder Pegel ist speziell an das Gewässer und den Messort angepasst." Vergleiche seien nur begrenzt möglich. Das vom BUND vorgeschlagene Entfernen der Metallschiene am Pegel Tegernau hätte "lediglich eine Verschlechterung der Messergebnisse zur Folge".