Reportage

Perus Tropenwälder werden geplündert – der Papst soll intervenieren

Dominik Bloedner

Von Dominik Bloedner

Fr, 12. Januar 2018 um 22:00 Uhr

Ausland

BZ Plus Im artenreichen Tropenwald Perus wird Raubbau an der Natur betrieben. Papst Franziskus wird die Region am 19. Januar besuchen. Viele Menschen hoffen auf deutliche Worte.

Eine müde Frau steht im Schatten. Es ist eines dieser schäbigen Bordelle, daneben eine Bar und eine Ferretería, eine Eisenwarenhandlung. Ein Laden wirbt mit "Compro Oro" – "ich kaufe Gold". Jetzt, um zehn Uhr morgens, bei praller Sonne und schon 33 schwülen Grad im Schatten, ist es noch ruhig. Auf der Straße, mehr eine holprige Schlammpiste, türmen sich angerostete Motoren, Metallstangen und Plastikrohre. Aus den Werkstätten hört man Salsamusik, Hammerschläge und das Zischen eines Schweißbrenners. Hunde dösen, Hundehaufen stinken vor sich hin, weiter hinten spielt ein Kind in einer Pfütze. Und noch ein Bordell, noch eine Bar, noch eine Ferretería. Ist das hier das Eldorado, das Sehnsuchtsland der Goldsucher?

Träge und schmutzigbraun fließt der Río Madre de Dios, der Gottesmutterfluss, vorbei. Er entspringt in den peruanischen Anden, mäandert durch den Tropenwald und wird mehr als eintausend Kilometer später in Bolivien vom kleineren Río Beni aufgenommen, der dann in Brasilien im Río Madeira, einem der großen Nebenflüsse des Amazonas, aufgeht. Fast im Minutentakt legen die flinken, wendigen Motorboote aus Holz ab, beladen mit Proviant, Werkzeug, Glücksrittern, auf dem Weg in den Dschungel.

Gringos, Weiße, sieht man hier selten. Und Gringos mit Notizblock, Aufnahmegerät, Fotoapparat und neugierigen Blicken, die sieht man hier gar nicht gerne. "Was soll das? Was wollt ihr?", fragt der ölverschmierte Mechaniker, der aus seiner Werkstatt tritt, in der einen Hand einen Schraubenschlüssel, den er bedrohlich in die andere offene Hand klatschen lässt. Es kommen immer mehr. Der eine nimmt die Schweißermaske ab, grimmiger Blick, Bartstoppeln, fast keine Zähne mehr. "So so, aus Deutschland", sagt er. Und nein, mit den illegalen Goldsuchern habe ...

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