Die Reichspogromnacht in Lahr

Phänomen der Ausgrenzung

Renate Tebbel

Von Renate Tebbel

Mo, 10. November 2008

Lahr

Der Stadthistoriker sieht die Reichspogromnacht als Folge einer langen antisemitischen Tradition.

LAHR. Der Weg in den Nationalsozialismus war nicht vorherbestimmt, fügte sich aber ein in ein Grundmuster von Ablehnung und Ausgrenzung. Das zeigte Stadthistoriker Thorsten Mietzner in seinem Vortrag im Bürgersaal des Alten Rathauses. Normalerweise kommen zu historischen Vorträgen selten mehr als 30 Zuhörer. Mietzner war überrascht angesichts des großen Andrangs.

Die Resonanz sei sicherlich ein Beweis für unser kulturelles Erinnerungsvermögen und unser Gedächtnis als Gruppe 70 Jahre nach den Ereignissen vom 9. November 1938. Was in Lahr in den frühen Morgenstunden des 10. November geschah, ordnete der Historiker ein in eine 700-jährige Tradition des Antisemitismus. Deshalb habe er den Ort bewusst gewählt, erklärte Mietzner, denn der Ratssaal sei der Inbegriff von Bürgerschaft und zeige deutliche Spuren von ...

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