Energiewende

Photovoltaikanlage in Neustadt soll Strom für 1000 Haushalte liefern

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 10. Juni 2022 um 06:30 Uhr

Titisee-Neustadt

Die Vita-Bürgergenossenschaft hat ein Grundstück für Solaranlagen in Titisee-Neustadt gepachtet. Dort werden senkrecht gestellte Module platziert, die spätestens 2024 in Betrieb gehen sollen.

Die Pläne der Vita-Bürgergenossenschaft zum Bau einer Photovoltaik-(PV)-Freiflächenanlage nehmen Gestalt an. Lukas Dannhardt berichtete in der Mitgliederversammlung im Kurhaus über das Vorhaben auf dem Gelände am Neustädter Kapf. Ein unterzeichneter Pachtvertrag mit dem Grundstückseigentümer liegt vor und die weiteren Vorbereitungen werden fortgesetzt.

Möglich ist dort eine Anlage mit bis zu fünf Megawatt Peak Leistung, was den Strombedarf von rund 1000 Haushalten klimafreundlich abdecken könnte. Favorisiert wird das Modell senkrecht gestellter Module, die als für Flora und Fauna verträglich gelten und zudem eine Bewirtschaftung der dazwischenliegenden Flächen ermöglichen. Die Inbetriebnahme wird für spätestens 2024 angestrebt.

Rückblick auf das vergangene Jahr

Die Vita-Vorsitzende Nikola Wangler zeigte im Jahresabschluss 2021 auf, dass 46 neue Genossinnen und Genossen einen Zuwachs auf fast 280 Überzeugte bedeutet. Durch Einlagen neuer Mitglieder und Aufstockungen legte das Eigenkapital um 59.000 Euro auf 404.000 Euro zu. Und das, obwohl 2021 noch nicht in ein neues Projekt investiert wurde. Sie sieht darin die große Bereitschaft, gemeinsam für mehr Klimaschutz zu sorgen. Die Bilanzsumme wurde auf gut 440.000 Euro gesteigert und ein Überschuss von 5000 Euro ausgewiesen. Dieser beruht auch auf der zweckgebundenen Fördersumme für das Carsharing-Projekt in Titisee-Neustadt und mittelfristig in den umliegenden Gemeinden.

Wangler hob in ihrem Geschäftsbericht auch das große Engagement der Aktiv-Gruppe hervor, die einige Photovoltaik-Projekte bearbeitet, die die VITA umsetzen will. Sie sagte, die Projektierung sei nicht immer einfach und schnell machbar. Viele Faktoren müssten bedacht werden, um Investitionen sicher und rentabel umzusetzen. Das erste komplette Jahr der PV-Anlage im Jahnstadion zeige, dass man gut unterwegs sei. Die Prognosen seien im durchwachsenen Sonnenjahr 2021 knapp erreicht worden, die Pacht an den FC Neustadt habe im erwarteten Rahmen gelegen. 82.000 Kilowattstunden Strom entsprechen der Versorgung von rund 35 Haushalten. Dem Jahresabschluss und dem Geschäftsbericht stimmte die Versammlung zu. Außer für die gesetzliche Rücklage wird der Gewinn für Carsharing/E-Mobilität zurückgestellt.

Energieversorgung Titisee-Neustadt

Die Vita ist Mitgesellschafter der Energieversorgung Titisee-Neustadt, entsprechend gespannt war man auf Interimsgeschäftsführer Alexander Sladek. Durch die Kürzung des Netzentgelts sei die Liquidität momentan angespannt, die Prognose sei aber positiv. Es werde viel Geld in die Zukunft investiert, vor allem in den Ausbau der Nahwärme. Verbesserungen für den Klimaschutz würden damit zügig erreicht, was laut Sladek auch Bürgermeisterin Meike Folkerts als EVTN-Aufsichtsratsvorsitzender ein Anliegen ist. Zum jetzigen Stand werde bereits eine Million Kilo CO2 eingespart. Sladek versprach, aufgrund der hohen Investitionen werde man finanziell in einigen Jahren Gewinne erzielen. Das Vita-Geld sei gut angelegt.

Wahlen

Die Zahl der Aufsichtsräte wurde von sieben auf neun erhöht. Ausgeschieden sind Bernhard Wehrle und Herbert Schuler, neu gewählt wurden Stephen Becker, Eckhard Tröger, Marina Winterhalder und Jessica Witowski. Gemeinsam mit Johannes Götz, Ralf Heiß enberger, Carsten Kahlfeld, Sven Piwon und Leopold Winterhalder werden sie über die Projekte und somit über die weitere Entwicklung der Vita entscheiden.

Ausblick

Ein Teil des Abends wurde darauf verwendet, über Projekte zu informieren, Beispiel PV-Freiflächenanlage. Marc Vollmer berichtete über Beratungen zu PV-Anlagen und das große Interesse daran. Die Vita hat bei Infoständen zum Carsharing wachsendes Interesse verzeichnet. Sie sieht ihre Aufgabe darin, Carsharing anzustoßen und zu fördern, gleichzeitig den Genossen einen Sondertarif für die Fahrzeugnutzung zu ermöglichen.