Platz unterm Dach

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Von dpa

Mi, 03. März 2021

Haus & Garten

Helle und Geräumigkeit dank eines dritten Dachgiebels.

In Zeiten, in denen Wohnraum immer knapper und teurer wird, wollen Eigenheimbesitzer den verfügbaren Platz in ihren eigenen vier Wänden möglichst optimal ausschöpfen. Da kann ein nachträglich eingebauter Giebel im Dachgeschoss zusätzliche Wohnfläche schaffen – und damit den Wert des Gebäudes erheblich steigern.
"Dieser weitere Giebel sorgt für mehr natürliches Licht im Dachgeschoss und schafft gleichzeitig mehr Nutzfläche. Dies sind alles Faktoren, die sich auch bei einem späteren Verkauf des Hauses auszahlen", sagt Philip Witte vom Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks in Köln. "Man spricht hier von der individuellen Nachverdichtung." Insbesondere in dicht besiedelten Gegenden wie Innenstädten oder Eigenheim-Siedlungen lohnt es sich, das Wohnpotenzial von Dächern und Dachgeschossen stärker zu nutzen.
Allerdings gibt es auch baurechtliche Vorgaben, denn man darf ein Dachgeschoss nur zu Wohnzwecken nutzen, wenn es auch Aufenthaltsqualität bietet. Dafür muss mindestens die Hälfte der Grundfläche eine Höhe von 2,20 Meter haben. Das kann man mit einem zusätzlichen Giebel oder einer Gaube erreichen.

Doch ehe die Handwerker loslegen können, sind zunächst die Bauämter gefordert. Der nachträgliche Einbau eines Giebels muss in der Regel genehmigt werden. Denn der Ausbau kann die Abstandsflächen zu den Nachbargebäuden beeinträchtigen.

"Auch prüft das Bauamt, ob diese Veränderung optisch zur Umgebungsbebauung passt und dem geltenden Bebauungsplan entspricht", sagt Hans Schröder vom Verband Privater Bauherren. Für den Bauantrag muss der Bauherr daher auf einen Architekten oder Bauingenieur zurückgreifen. Und noch ein Faktor muss bei der Planung berücksichtigt werden, sagt Schröder: "Das Dach muss den Giebel auch tragen können. Das muss von einem Statiker geprüft werden."
Wenn dann der Bauantrag gestellt ist, braucht der Bauherr vor allem Geduld. Je nach Region kann es Monate dauern, ehe ein Antrag genehmigt ist; dann geht es weiter: "Das Dach wird an der für den Giebel vorgesehenen Seite abgedeckt, anschließend passen die Zimmerer den vorhandenen Dachstuhl dem neuen Giebel an", erklärt Witte den weiteren Ablauf.

An dieser Stelle zeigen sich gern auch unangenehme Überraschungen wie feuchte oder faule Stellen im Holz, die dann auch beseitigt und repariert werden können. Praktisch: Gleichzeitig wird die Lebensdauer des gesamten Dachs verlängert.

Dann wird der Dachgiebel eingesetzt, gedämmt und das Dach wieder gedeckt. Dabei ist es wichtig, dass vor allem die Wärmedichtung stimmt und keine Feuchtigkeit am neuen Giebel eindringt. Die Kosten für den Giebeleinbau setzt Witte etwa zwischen 10 000 und 20 000 Euro an. "Entscheidet man sich für eine vorgefertigte und gedämmte Gaube, kann es auch billiger werden."