Kreis Emmendingen

Polizei nimmt zwei junge Männer fest, die mindestens 138 Straftaten begangen haben sollen

mw (aktualisiert um 15 Uhr)

Von mw (aktualisiert um 15 Uhr)

Fr, 22. Januar 2021 um 09:27 Uhr

Kenzingen

Ermittlungserfolg für die Polizei: Sie nahm zwei junge Männer fest, denen 138 Straftaten im Kreis Emmendingen zugeordnet werden können. Rund 30 Taten in der Ortenau könnten noch dazu kommen.

Einen Erfolg kann die vom Polizeirevier Emmendingen gegründete Ermittlungsgruppe "Pkw" verzeichnen. Sie ermittelte zwei junge Männer, denen rund 138 Straftaten im Großraum Emmendingen, Endingen und Kenzingen zugeordnet werden können. Im Weiteren ergaben sich im Zuge der Ermittlungen auch Hinweise auf rund 30 Fälle, die den Bereich Ortenaukreis betreffen. Das Polizeipräsidium Offenburg hat entsprechende Ermittlungen aufgenommen.

Diebstähle aus unverschlossenen Fahrzeugen

Die beiden 21 und 20 Jahre alten Männer aus der Region hatten nachts unverschlossene Fahrzeuge, teilweise auf den Grundstücken der Eigentümer, geöffnet und daraus zahlreiche Wertgegenstände entwendet, teilt das Polizeipräsidium Freiburg mit. "Insgesamt gestalteten sich die Ermittlungen sehr schwierig, da oftmals keinerlei Spurenlage oder Aufbruchsspuren vorhanden waren", so Pressesprecher Michael Schorr am Freitag. Die Folge: Die Geschädigten bemerkten den Diebstahl ihrer Wertgegenstände in der Regel nicht unmittelbar, sondern nur sehr zeitverzögert.

Erste Straftaten schon im April 2020

Erste Straftaten nach dem Muster registrierte die Polizei bereits im April 2020. Schon bald zeigte sich für die Ermittler, dass sie es offenbar mit einer Serie zu tun hatten. Ihren Höhepunkt hatte die Serie laut Polizei dann im Juli. Die Konsequenz: Die Polizei bildete eine Ermittlungsgruppe, die in wechselnder Besetzung aus meist vier erfahrenen Ermittlern der Polizeiposten Kenzingen und Endingen sowie dem Bezirksdienst des Polizeirevier Emmendingen bestand.

Ermittler schätzen Schaden auf mehr als 10 000 Euro

Erst eine offensive Pressearbeit, Zeugenaufrufe und Nachbarschaftsbefragungen führten zur Sensibilisierung der Bevölkerung und zu weiteren Ermittlungsansätzen. Der kumulierte Diebstahlschaden dürfte nach Einschätzung der Ermittler bei mehr als 10 000 Euro liegen. Den beiden jetzt ermittelten Tatverdächtigen konnten laut Polizei auch mehrere Pkw-Diebstähle zugeordnet werden. Die Auswertung von am Tatort zurückgelassenen DNA-Spuren führte ebenfalls zu Treffern, so Polizeisprecher Schorr. Die jungen Männer waren nach Erkenntnissen der Polizei bei ihren Straftaten arbeitsteilig in der Region unterwegs. Beide waren der Polizei bereits einschlägig bekannt durch Eigentumsdelikte und andere Straftaten, so Schorr auf Nachfrage.

Mit der Festnahme endete auch die Serie der Straftaten

Nach Abschluss der Ermittlungen hatte die Ermittlungsgruppe bei der Staatsanwaltschaft zwei Haftbefehle erwirken können, zumal bei erfolgten Wohnungsdurchsuchungen weiteres Beweismittel sichergestellt wurde. Mit der Festnahme der beiden Männer endete auch die Serie der Diebstähle aus Fahrzeugen.

Verstoß gegen das Waffengesetz

Die ihnen zur Last gelegten Tatvorwürfe umfassen unter anderem Diebstahl, besonders schweren Fall von Diebstahls, Diebstahl mit Waffen und Verstoß gegen das Waffengesetz. "Ein bewaffneter Dieb wird stärker bestraft", sagt Schorr. Dabei müsse die Waffe nicht eingesetzt werden, das alleinige Mitführen reiche für den Straftatbestand Diebstahl mit Waffen aus. Im konkreten Fall der beiden jungen Männer handelte es sich laut Polizei um Messer.

Ermittlungen noch in der Ortenau

Die Ermittlungen im Kreis Emmendingen sind abgeschlossen, die Ermittlungsgruppe ist zwischenzeitlich wieder aufgelöst. Derweil laufen noch Ermittlungen im Ortenaukreis zu rund 30 Taten, die mit der Serie im Kreis Emmendingen im Zusammenhang stehen könnten.