Statistisches Jahrbuch

In Freiburg nehmen die Porschefahrten zu und die Theaterbesuche ab

Christian Engel

Von Christian Engel

Fr, 22. Februar 2019 um 08:19 Uhr

Freiburg

Im aktuellen statistischen Jahrbuch von 2017 finden sich allerlei Zahlen und Fakten, anhand derer man die Entwicklung der Stadt ablesen kann. Hier eine kleine Auswahl der Kategorien.

Das aktuelle statistische Jahrbuch liegt vor. Darin erfährt man alles zu der Entwicklung der Einwohnerzahlen und des Arbeitsmarkt, zu den mehr oder weniger fließenden Besucherströmen in Kinos, Theatern und Museen, zu Sportvereinen, Krankheiten, Schulen und Wahlen. Zugegeben: Das Jahrbuch basiert auf Zahlen von 2017, da das städtische Amt für Informationsmanagement erst im Sommer 2018 alle Fakten beisammen hatte, um das 300 Seiten starke Buch herstellen zu können. Sprich: Manche Kategorien sind bereits überholt, beispielsweise Geburten, Eheschließungen und Sterbefälle, die das Standesamt neulich aktuell vorgestellt hat (die BZ berichtete). Aber dennoch hat das Heft, wie Bürgermeister Stefan Breiter bei der Präsentation sagte, einen großen Mehrwert, "gerade als Grundlage für politische Entscheidungen". Ein paar Kategorien haben wir uns einmal herausgepickt.

Die Green City und ihre Autos

Stand 31. Dezember 2017 lebten 229 636 Menschen in Freiburg. Auf sie kommen 89 867 gemeldete Autos, 1391 mehr als im Vorjahr. Den Rekord aus dem Jahr 2005 mit 91 454 Wagen hat man allerdings nicht überholt. Die Pkw-Dichte bleibt mit 394 pro 1000 Einwohner gering – bundesweit liegt sie bei 687. In Vauban ist der Pro-Kopf-Anteil – wenig überraschend – am kleinsten (208), dafür in St. Georgen-Nord umso höher (643). Extrem dicht geht es in Brühl-Industriegebiet zu, dort kommen auf 1000 Einwohner 1919 Autos, allerdings auch deshalb, weil 1680 davon Firmenautos sind.

Das Spiel "Autobingo" dürfte manch einem bekannt sein: Jeder sucht sich eine Automarke raus; wer während der Fahrt zuerst zehn davon entdeckt hat, gewinnt. Wer das einmal in einem Freiburger Stau spielen möchte, sollte "Volkswagen" wählen. Jeder vierte Wagen ist ein VW, damit mit Abstand der meist gefahrene Hersteller in Freiburg (die Top 10 stehen in der Infografik).

Während Exoten wie Daihatsu und Alfa Romeo in Freiburg äußerst selten zu sehen sind, hält das Porschewachstum weiter an: 741 Freiburgerinnen und Freiburger haben einen, 28 mehr als im Vorjahr, 260 mehr als noch vor acht Jahren. In Vauban gibt es drei, die Porsche-Hochburgen heißen Herdern, Unterwiehre und St. Georgen.

Theater, Konzerthaus, Bäder

Gingen 2010 noch 206 653 Besucher im Theater Freiburg, waren es 2017 nur noch 175 169. Vielleicht ist manch einer ins Konzerthaus abgewandert, deren Besucherzahl nach einer kleinen Delle im Jahr 2016 wieder zugelegt hat (203 000). Auch das Planetarium war äußerst beliebt, insgesamt schauten knapp 52 000 Besucher vorbei, 4000 mehr als 2016.

Bücher, Bibliotheken, Bildung

Stadt- und Unibibliothek sind kaum zu vergleichen. Bei ersterer nimmt die Besucherzahl drastisch ab. Kamen vor acht Jahren noch rund 720 000 Leseratten vorbei, waren es 2017 nur noch 540 000, 70 000 weniger als im Vorjahr. In der UB hingegen kamen rund drei Millionen Besucher durch die Drehtüre, ein leichtes Plus im Vergleich zum Jahr zuvor. Allerdings sanken dort die Entleihungen, erstmals seit langer Zeit unter eine Millionen.

Sport, Baden und Gesundheit

Turn- und Sportvereine dürften derzeit jubeln: Die Mitgliederzahlen, so besagt es das statistische Jahrbuch, wachsen weiter. Rund 41 000 Bürger waren 2017 bei einem der 49 Sportvereine angemeldet. Zum Vergleich: 2010 waren es 36 000. Sportarten wie Fußball, Rad- sowie Flug- und Fallschirmsport haben die größten Zuwächse. Bei Golf gingen die Mitgliederzahlen zurück. Bei den städtischen Bäder schwankten die Zahlen nur minimal – der Wetterverlauf war in beiden Jahren wohl ähnlich. Knapp 1,3 Millionen Badenixen waren in den neun Frei- und Hallenbädern zu Gast. Am besten besucht war das Eugen-Keidel-Bad (455 000).