Volksbank eG Offenburg/Villingen-Schwenningen

Positive Bilanz des Fusionsjahrs

Barbara Schmidt

Von Barbara Schmidt

Do, 29. April 2021 um 16:59 Uhr

Wirtschaft

Im November 2020 haben sich die Volksbanken Ortenau und Schwarzwald-Baar-Heuberg zusammengeschlossen. Am Donnerstag haben sie eine erste Bilanz gezogen.

Die größte Volksbank Baden-Württembergs hat das Jahr ihrer Entstehung mit sehr guten Zahlen abgeschlossen. Die Fusion der Volksbanken Ortenau und Schwarzwald-Baar-Heuberg trotz Corona umzusetzen, sei zwar eine Herausforderung gewesen, sagte Co-Vorstandsvorsitzender Joachim Straub in der virtuellen Bilanzpressekonferenz am Donnerstag. Doch "am Ende ist es deutlich besser gelaufen, als es unterjährig zu erwarten war". Die in die Fusion gesetzten Erwartungen hätten sich voll erfüllt.

Die Bilanzsumme wuchs um 11,5 Prozent auf 9,1 Milliarden Euro. Gemessen an der Bilanzsumme ist die Volksbank, die sich nun Gestalterbank nennt und in Offenburg sowie Villingen-Schwenningen ihren Sitz hat, damit die größte im Land und eine der fünf größten bundesweit.

Wachstumstreiber war 2020 einmal mehr das Kreditgeschäft, mit einem Plus von 8,3 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro. Davon entfielen 3,7 Milliarden auf Firmenkunden. Hier wuchs das Neugeschäft um 22,2 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Da Kreditverträge in der Regel mit zeitlichem Vorlauf abgeschlossen werden, dürfte sich dies auch in der Bilanz des laufenden Jahres positiv niederschlagen. In das erste Quartal 2021 sei man gut gestartet, informierte der Co-Vorstansvorsitzende Markus Dauber.

Kein Personalabbau geplant

Die Nachfrage ist so groß, dass die Einlagen von Privat- und Firmenkunden nicht ausreichen, um die Kredite zu refinanzieren. "Wir sind daher auf Einlagen von institutionellen Anlegern wie Versicherungen oder auch die öffentliche Hand angewiesen", sagte Dauber. Sie legten mit 1,2 Milliarden fast 30 Prozent mehr an als 2019. Insgesamt wuchsen die Kundeneinlagen 2020 um 9,4 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro.

Das wachsende Kreditgeschäft trug dazu bei, dass die Volksbank entgegen dem Branchentrend den Zinsüberschuss steigern konnte. Auch Provisionen brachten mehr in die Kasse, so dass das Betriebsergebnis vor Bewertung trotz der Fusionskosten auf 79,2 Millionen Euro (2019: 75 Millionen) zulegte. Die Zahl der Genossenschaftsmitglieder stieg um fast 3600 auf gut 115 300, die Zahl der Kunden sank von 238 000 auf 236 000. Personal wurde wegen der Fusion laut Straub nicht abgebaut, auch jetzt sei bei den 965 Mitarbeitern kein Abbau geplant. Die beiden Volksbanken ergänzten sich so gut, dass es kaum Doppelbesetzungen gebe. Auch beim Filialnetz sehen die Vorstandschefs aktuell keinen Handlungsbedarf.