Fall Maria H.

Prozess-Protokoll: Staatsanwältin spricht von Sicherungsverwahrung für Bernhard H.

Florian Kech

Von Florian Kech

Mi, 08. Mai 2019 um 11:20 Uhr

Freiburg

Im Prozess um die jahrelang verschwundene Maria H. aus Freiburg wird der Angeklagte ohne Publikum und Presse zu den Vorwürfen befragt. Derweil stellt die Staatsanwaltschaft eine Sicherungsverwahrung für Bernhard H. in den Raum. Er soll die Minderjährige in rund 100 Fällen sexuell missbraucht haben.

Der Richter bricht den öffentlichen Teil der Verhandlung ab. Wir beenden damit für heute die Live-Berichterstattung aus dem Gerichtssaal. Der nächste Prozesstag ist für kommenden Montag (13. Mai) angesetzt.
11.40 Uhr: Seit einer halben Stunde macht der Angeklagte nun Angaben zu seiner Person. Wir sind immer noch in den 70ern. Bernhard H. berichtet von guten Noten in seiner Ausbildung. Trotzdem wurde er zwischenzeitlich arbeitslos und lebte ein halbes Jahr im Zelt. "Das war kein Problem", sagt er.

Er ging zur Abendschule und wollte Abitur machen. Nebenbei jobbte er bei einem Hersteller von Laborgeräten. Dort arbeitete er von 1986 bis 2013. Man sei dort sehr zufrieden mit ihm gewesen. Er sei in den Betriebsrat gewählt worden.

Er erzählt von seiner On-Off-Beziehung mit einer Frau namens Monika, die er in Lemgo wieder getroffen habe. Diese hatte aus einer anderen Beziehung drei Kinder mitgebracht. Weil sie knapp bei Kasse war, habe er sie finanziell unterstützt. Monika und er heirateten 1991, im darauffolgenden Jahr kam ihre gemeinsame Tochter zur Welt.

Während der Ehe habe er stets gearbeitet. Für Hobbys sei keine Zeit gewesen. Er wurde Hausverwalter und habe Ärger mit Kurden bekommen. Er habe sich bedroht gefühlt und sah sich zu einem Umzug veranlasst. Daraufhin habe er sich den Republikanern angeschlossen. Er wurde zum Kreisvorsitzenden und wurde sogar in den Landesvorstand gewählt. Nach sechs Jahren hatte er genug. In der rechtsradikalen Partei seien "krumme Sachen" gelaufen, sagt er, das habe er nicht mehr mitmachen wollen.

Um 2000 erwarb er ein Haus in Blomberg. "Renoviert ohne Ende, Fußbodenheizung eingebaut und so weiter", sagt er. Die Beziehung zu seiner Frau sei zu der Zeit schon "kaputt" gewesen. Er beklagt mangelnde Wertschätzung. Seine Freizeit verbrachte er vor dem Computer. "Manchmal tippte ich einfach so rum wie ein ...

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