Ein, zwei, drei, vier Motoren

Mario Hommen (SP-X)

Von Mario Hommen (SP-X)

Sa, 15. Februar 2020

Auto & Mobilität

Allradantrieb ist bei E-Autos relativ leicht machbar.

Allradantrieb wird auch bei E-Autos ein großes Thema sein. Die brauchen allerdings keine aufwendigen mechanischen Konstruktionen mehr. Vielmehr sorgen zwei, drei oder gar vier Motoren für die clevere Verteilung der Antriebsmomente.

Auch bei den Elektroautos wird sich in naher Zukunft das Angebot an Fahrzeuge stark auffächern, die ihre zum Teil sehr hohen Leistungen auf alle vier Räder verteilen. Doch anders als bei den konventionellen Systemen der Verbrennerwelt wird dafür kein aufwendig konstruierter und teurer Antriebsstrang mehr nötig sein. Allradtechnik bei E-Fahrzeugen lässt sich vielmehr über die Anzahl der Motoren darstellen. Statt nur einem Motor können gleich mehrere zum Einsatz kommen, über die sich die Kraftverteilung besonders fein und sogar radselektiv steuern lässt. Allradantriebe der E-Autos gehen damit technisch auf kuriose Urtypen der Allradgeschichte zurück wie etwa auf den Lohner-Porsche aus dem Jahr 1900 mit elektrischem Radnabenantrieb oder dem Citroën 2CV Sahara, der pro Achse einen Verbrennungsmotor an Bord hatte.

Letztere Lösung findet sich in moderner Form vornehmlich in aktuell verfügbaren Allrad-Stromern wieder. Schon seit Jahren bietet Tesla den in seinen Modellen optional verfügbaren Dual Drive an. Zusätzlich zum normalen Heckmotor wird hier ein weiteres E-Aggregat in die Vorderachse integriert. Das vergleichsweise einfache Tesla-System kann sehr schnell reagieren und ohne mechanische Kraftübertragung in besonders präziser Weise das Drehmoment an Vorder- und Hinterachse variieren.

Wie Tesla setzt auch Jaguar im E-SUV I-Pace auf Allradantrieb mit jeweils einem Motor pro Achse. Eine ähnliche Antriebstechnik und ein ähnliches Leistungsniveau wie der I-Pace bietet auch Audis SUV E-Tron. Porsche setzt mit dem Luxussportwagen Taycan ebenfalls auf je einen Motor pro Antriebsachse.

Darüber hinaus kündigen sich Allradantriebe mit drei Motoren an. Auch hier wird Tesla eine Vorreiterrolle spielen, denn neben dem vermutlich erst 2021 startenden Tesla Roadster und dem Cybertruck sollen auch Model S und Model X einen dreimotorigen Antrieb erhalten. Dieser besteht aus einem in der Vorderachse integrierten Motor sowie je einem Aggregat pro Hinterrad. Die Technik verspricht noch schnellere Sprints und bessere Kurvenperformance.

Parallel wird außerdem schon an E-Autos mit vier Motoren gearbeitet. Unter anderem soll 2021 etwa der von Studenten der TU Eindhoven entwickelte Lightyear One mit Radnabenmotoren antreten.