Beteigeuze strahlt nur noch halb so hell

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Von dpa

Sa, 11. Januar 2020

Bildung & Wissen

Astronomen rätseln über Schwächephase des Roten Riesen / Experte sieht keinen Vorboten einer Supernova.

Das Ende von Beteigeuze wäre von der Erde aus gut zu sehen: Der sterbende Riesenstern könnte dann so hell leuchten wie ein Vollmond. Auffällige Messungen haben Spekulationen darüber angeheizt, dass es bald soweit sein könnte – bald allerdings in astronomischem Maßstab.

Astronomen rätseln über eine außergewöhnliche Schwächeperiode des Roten Riesen Beteigeuze im Sternbild Orion. Die Helligkeit der Riesensonne hat sich seit Oktober mehr als halbiert. Die genaue Ursache für den starken Helligkeitsabfall sei nicht bekannt, erläuterte der Sternforscher Thomas Janka vom Max-Planck-Institut für Astrophysik in Garching bei München. Als Anzeichen für eine unmittelbar bevorstehende Supernova-Explosion des Sterns, über die im Internet spekuliert worden war, sieht der Wissenschaftler das Phänomen nicht.

Beteigeuze bildet die Schulter des Himmelsjägers Orion und ist der zweithellste Stern dieser Konstellation. Er ist mit bloßem Auge als heller roter Punkt erkennbar. Der Riesenstern besitzt etwa die zwanzigfache Masse und rund den tausendfachen Durchmesser unserer Sonne. Die Helligkeit des Roten Riesen schwankt in zwei unregelmäßigen Zyklen, die jeweils knapp sechs Jahre und etwa 425 Tagen dauern. "Wir wissen nicht genau, was die Variabilität von Beteigeuze ausmacht", erläuterte Janka. Möglicherweise schluckten unter anderem vom Stern ins All geblasene Materiewolken vorübergehend das Licht der Riesensonne.

Im Dezember hatten Forscher um Edward Guinan von der Villanova-Universität in den USA die geringste Helligkeit von Beteigeuze seit den ersten derartigen Messungen vor knapp 100 Jahren gemeldet. Die auffällige Schwächeperiode scheine daher zu rühren, dass beide Aktivitätszyklen des Sterns gleichzeitig ein teils ungewöhnlich tiefes Minimum erreicht hätten, schrieben die Forscher im Astronomer’s Telegram.

Da Beteigeuze seinen Vorrat extrem schnell verbrennt, hat der Rote Riese eine geringe Lebenserwartung: Obwohl er erst etwa acht Millionen Jahre alt ist, wird er bald als Supernova explodieren. In astronomischen Maßstäben heißt das allerdings: in den kommenden 100 000 Jahren. Da Beteigeuze nur 600 Lichtjahre entfernt ist, wird diese Supernova am irdischen Himmel Schätzungen zufolge so hell sein wie der Vollmond.