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Warum darf man viele Kirchen nicht in Top und kurzer Hose betreten?

Thomas Goebel

Von Thomas Goebel

So, 26. Juli 2020 um 15:00 Uhr

Bildung & Wissen

Beten im Badehöschen – geht das? Im Vatikan jedenfalls nicht. Wer in den Petersdom will, darf keine kurzen Hosen tragen. Warum eigentlich nicht?

Vatikan-Besucher kennen die Piktogramme. Strichmänner und -frauen in kurzer Hose, Unterhemd und Minikleid samt großem "NO" weisen darauf hin: So darf man nicht in den Petersdom! Aber warum eigentlich nicht?

"Im Katholizismus gibt es keine verbindlichen Kleidervorschriften, die aus religiösen Texten abgeleitet wären", sagt der Theologe und Fachjournalist Benjamin Leven: "Ich denke, solche Hinweisschilder sind eine Reaktion auf veränderte Gewohnheiten." Viele Menschen besuchten Kirchen wie Petersdom oder Kölner Dom heute "als Touristen statt als Pilger – und manche neigen dazu, das in Badekleidung zu tun."

Die Vorgaben sollten für respektvolle Kleidung sorgen

Eine katholische Kirche sei für Gläubige aber ein heiliger Ort; die Vorgaben sollten für eine Kleidung sorgen, die kulturell als respektvoll gilt. "Was das dann genau heißt, ist denen überlassen, für die das ein heiliger Ort ist", sagt Leven. Traditionell vorgegeben sei, dass Männer ihre Kopfbedeckung abnehmen. Frauen dagegen hätten früher in der Kirche ihr Haar mit einem Schleier oder Hut bedeckt – ein heute fast verschwundener Brauch.
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