Zweifel an Nachweis

dpa

Von dpa

Sa, 12. September 2020

Bildung & Wissen

Einsatz neuer Genscheren.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze bezeichnete eine kürzlich vorgestellte Methode zum Nachweis von Genveränderungen mittels der neuen Genscheren als wichtigen Erfolg für den Umweltschutz – Experten aus dem Bereich sehen das Studienergebnis aber skeptisch.

Hintergrund der Debatte ist die Aussage von Wissenschaftlern und Befürwortern der neuen Gentechnik, dass sich deren Anwendung im genveränderten Endprodukt nicht mehr erkennen lasse.

"Das ist ein wichtiger Erfolg für den Umweltschutz und für alle, die auf gentechnikfreie Lebensmittel Wert legen", hatte Schulze am Montag mitgeteilt. Dem Bericht der Forscher zufolge ermöglichte die Methode den Nachweis einer gentechnisch veränderten Rapssorte, die mit Genscheren hergestellt wurden. Das sind Techniken, über die das Erbgut wesentlich gezielter verändert werden kann als mit älteren Gentechnik-Methoden.

An dieser Einschätzung gibt es aber Zweifel: Die vorgestellte Methode ermögliche zwar den Nachweis für den Austausch von Erbgutbausteinen in einer bestimmten Gensequenz, es lasse sich aber nicht daraus ableiten, wie diese Veränderung entstanden ist, erklärte Ralf Wilhelm vom Julius Kühn-Institut. Es lasse sich also nicht erkennen, ob sie auf herkömmliche Verfahren oder neue Gentechnik-Methoden zurückgeht. Auch Holger Puchta vom Karlsruher Institut für Technologie kritisiert: "Wenn die Position der Mutation nicht vorher vom Hersteller veröffentlicht wird und er auch nicht von sich aus die Herstellungsmethode bekannt gibt, ist die hier vorgestellte Methode vollkommen unbrauchbar."