Coronavirus

Chinas Führung räumt "Unzulänglichkeiten" im Kampf gegen Virus ein

dpa

Von dpa

Di, 04. Februar 2020 um 09:46 Uhr

Ausland

Wieder erreicht die Zahl neuer Erkrankungen durch die Lungenkrankheit einen Rekordwert. Die chinesische Führung sieht in der Epidemie einen "wichtigen Test" – und gesteht Defizite ein.

Die chinesische Führung hat "Unzulänglichkeiten und Defizite" in der Reaktion auf den Ausbruch der Lungenkrankheit eingeräumt. Nach einem Treffen unter Vorsitz von Staats- und Parteichef Xi Jinping ließ das Politbüro nach Angaben des Staatsfernsehens vom Dienstag mitteilen: "Wir müssen die Erfahrungen zusammenfassen und Lehren daraus ziehen." Das nationale Krisenmanagement müsse verbessert werden. Das Gesundheitssystem solle untersucht – und "Mängel" müssten beseitigt werden.

Über Nacht stieg die Zahl der bestätigten Infektionen und Todesfälle durch das Coronavirus erneut sprunghaft. Wie die chinesische Gesundheitsbehörde mitteilte, gab es bis Dienstag 20.438 bestätigte Erkrankungen – 3225 neue Fälle im Vergleich zum Vortrag. Die Zahl der Todesopfer stieg demnach um 64 auf 425. Es war erneut der bisher stärkste Anstieg der Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus und der Todesfälle innerhalb eines Tages.

Todesopfer in Hongkong

In Hongkong gab es den zweiten Toten außerhalb Festland-Chinas. Die Krankenhausbehörde der chinesischen Sonderverwaltungsregionen bestätigte den Tod eines 39-Jährigen. Wie die "South China Morning Post" berichtete, hatte der Mann die schwer vom Virus betroffene Stadt Wuhan besucht. Zuvor war auch ein Patient auf den Philippinen gestorben. Weltweit sind rund 200 Infektionen in rund zwei Dutzend Ländern bestätigt.

In Deutschland sind bislang zwölf Fälle von Infizierten bekannt. Zehn stehen in Zusammenhang mit dem bayerischen Autozulieferer Webasto – darunter sind zwei Kinder eines Mitarbeiters. Bei Webasto war eine infizierte Kollegin aus China zu Gast gewesen, die ihre Erkrankung erst auf dem Rückflug bemerkt hatte. Außerdem war das Virus bei zwei Passagieren festgestellt worden, die am Wochenende mit einem Bundeswehrflugzeug aus Wuhan zurückgeholt worden waren.