Alltagswissen

Wie lange kann eine Spinne ohne Nahrung überleben?

Katharina Meyer

Von Katharina Meyer

Sa, 15. August 2020 um 14:35 Uhr

Umwelt & Natur

Hängen und hungern: Eine Spinne bezieht ihr Domizil in einer Zimmerecke. Dort hängt sie dann ewige Zeiten, ohne dass was bei ihr landet. Wie lange hält sie das aus?

"Vielleicht isst sie doch häufiger, als man denkt", sagt Volker Nehring, Evolutionsbiologe an der Uni Freiburg. "Man kann das gut unterschätzen, wie viel tatsächlich in einer Wohnung lebt." Aber auch wenn lange nichts kommt, kann eine Spinne das gut wegstecken: "Sie fährt den ganzen Stoffwechsel runter, sitzt und wartet", sagt Nehring.

Von jagenden Wolfsspinnen wisse man, dass sie im Mittel 200 bis 300 Tage ohne Nahrung überlebten. Einige Wochen schaffe es eine Spinne mindestens, schätzt der Biologe. Viele Spinnen fräßen auch ihr Netz irgendwann wieder auf, denn da seien relativ viele Proteine drin. Und was ist mit dem Trinken? Spinnen könnten zwar gut mit Wasser haushalten, die Flüssigkeit aus der Nahrung reiche aber nicht immer aus, so Nehring.

In der Natur gibt es Regen oder Morgentau, in der Wohnung könne die Trockenheit für die Spinne aber tatsächlich zum Problem werden. Die halb zerfallenen Spinnenkörper, die man immer mal findet, sind aber trotzdem meist keine verdursteten Spinnen, beruhigt Nehring, sondern abgelegte Häute.

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