RECHT SO: Möbel gehen extra

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Von dpa

Sa, 19. Dezember 2020

Haus & Garten

Keine Spekulationssteuer für verkauftes Inventar.

Beim Verkauf von vermieteten Immobilien gilt eine Spekulationsfrist von zehn Jahren. Wichtig für den bisherigen Eigentümer: Die mitverkaufte Wohnungseinrichtung gehört nicht zum Spekulationsgewinn.

Werden vermietete Ferien- oder Wohnimmobilien innerhalb von zehn Jahren verkauft, fällt für den Gewinn eine Spekulationsteuer an. "Das gilt aber nicht für die mitverkauften Möbel", sagt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler. Nach einem Urteil des Finanzgerichts Münsters gilt das auch dann, wenn die Einrichtungsgegenstände zur Erzielung der Mieteinnahmen beigetragen haben (Az.: 5 K2493/18 E).

Im konkreten Urteilsfall verkaufte der Kläger seine Ferienwohnung für 265 000 Euro, die er wenige Jahre zuvor für knapp 200 000 Euro erworben hatte. Für die Vermietung hatte er die Wohnung für rund 29 000 Euro ausgestattet. Da der Erwerb und der Verkauf innerhalb der gesetzlichen Spekulationsfrist von zehn Jahren lagen und der Eigentümer die Wohnung vermietet hatte, fielen auf den Verkaufserlös Steuern an.

Im Kaufvertrag wurde der Wert der Einrichtung inklusive Einbauküche auf 45 000 Euro veranschlagt. Für die Steuerberechnung berücksichtigte das Finanzamt auch diesen Verkaufserlös für das Inventar. Das war aus Sicht des Finanzgerichts Münsters jedoch falsch. Bei der Wohnungseinrichtung handle es sich um Gegenstände des täglichen Bedarfs und diese seien von der Besteuerung ausgenommen, so das Gericht. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Urteil bereits rechtskräftig

Immobilienverkäufer, von denen das Finanzamt auch Steuern für den Gewinn aus den mitverkauften Möbeln verlangt, können daher gegebenenfalls Einspruch gegen ihren Steuerbescheid einlegen und sich dabei auf das Urteil aus Münster berufen. "Aus dem Kaufvertrag sollte allerdings hervorgehen, welcher Preis auf die Immobilie und welcher auf das Inventar entfällt", rät Klocke. Dabei sollte die Aufteilung des Kaufpreises realitätsgerecht sein.