Wieder etwas Normalität

Rhein-Brücke nach Fessenheim wieder offen

Hans-Peter Müller

Von Hans-Peter Müller

Mi, 20. Mai 2020 um 18:20 Uhr

Hartheim

Die Bürgermeister der Partnerstädte Hartheim und Fessenheim feiern ein Stück Rückkehr zur Normalität nach der corona-bedingten Schließung der Grenzen.

Welch symbolträchtige Aktion an einem symbolträchtigen Tag: Ausgerechnet am Mittwoch gelang es nach intensiven Diskussionen auf verschiedenen politischen Ebenen die Brücke über den Rhein zwischen Hartheim und Fessenheim wieder komplett zu öffnen. Es war ebenfalls an einem 20. Mai, als Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac die Brücke im Jahr 2006 einweihte. Dementsprechend groß war die Freude bei den Bürgermeistern der beiden verschwisterten Städte, Claude Brender (Fessenheim) und Stefan Ostermaier (Hartheim) als sie sich trafen, um die corona-bedingte Sperrung zu beenden.

Vorausgegangen war eine etwas kuriose Situation, als die Brücke bereits seit Samstag von deutscher Seite aus offen war, von französischer Seite aus aber nicht. Man konnte also auf die Brücke fahren, stand auf französischer Seite aber noch vor dem Absperrgitter. Dieses wurde nun am Mittwoch auch von französischer Seite aus geöffnet, so dass ein Grenzübertritt auch über diese Brücke wieder möglich ist.

Stefan Ostermaier äußerte auch in seiner Funktion als Präsident des grenzüberschreitenden Zweckverbandes Mittelhardt-Oberrhein seine Freude über dieses positive Zeichen: "Ich bin dankbar, dass wir – auch wenn es weiterhin Kontrollen geben wird – in dieser schwierigen Zeit wieder gegenseitig Schritte aufeinanderzugehen, um das gute Verhältnis mit unseren französischen Freunden wiederherzustellen. Auch im Hinblick auf die Abschaltung des AKWs und den Post-Fessenheim-Prozess halte ich die Grenzöffnung gerade jetzt für ein wichtiges Zeichen", so Hartheims Bürgermeister.

Laut Landesinnenministerium gilt für den Grenzübertritt, das bei stichprobenartigen Kontrollen durch die Bundespolizei weiterhin am Grundsatz eines triftigen Einreisegrundes festgehalten wird. Unter den positiven Vorzeichen der aktuellen Infektionslage wurde aber auch hier der Ermessensspielraum erweitert, sodass neben beruflichen Gründen nun zusätzlich auch familiäre Gründe berücksichtigt werden. Sofern die Einreise ausschließlich dem Tourismus oder dem Einkaufen dient, so ist dies vor dem Hintergrund der latenten Infektionsgefahr jedoch auch weiterhin nicht möglich. Deutschen Staatsangehörigen ist die Einreise aber in jedem Fall gestattet.