"Gleicher Lohn für gleiche Arbeit"

Danielle Hirschberger

Von Danielle Hirschberger

Fr, 15. Februar 2019

Rheinfelden

Der Leiter des Bereichs Arbeit im St. Josefshaus hat Menschen mit Behinderung in einer Feierstunde in die Arbeitswelt entlassen.

RHEINFELDEN-HERTEN. Schule, Lehre, Arbeit; das ist der gängige Weg in ein langes Arbeitsleben – auch für Menschen mit Behinderung im St. Josefshaus. Dort findet die Lehrzeit im zweijährigen Berufsbildungsbereich statt, eine Ausbildungszeit mit vielen Praktika, die einer Lehre gleicht. In einer Feierstunde wurden die Absolventen des Kurses in die Arbeitswelt entlassen.

Joachim Trüby, Leiter des Bereichs Arbeit im St. Josefshaus, begrüßte Angehörige und Betreuer, die zur festlichen Entlassung gekommen waren. In seiner Rede betonte er, dass es Arbeit für alle Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt geben müsse, egal, ob ein Arbeitnehmer eine Behinderung hat oder nicht. Dazu müssten Arbeitsplätze umgebaut, zum Beispiel rollstuhlgängig gemacht werden. "Wir müssen die Arbeitsplätze so verändern, dass sie zu den Menschen passen, damit es genügend Arbeitsplätze gibt", sagte Trüby.

Doch neben diesem normalen Arbeitsmarkt müsse es weiterhin spezielle Angebote für Menschen geben, die mehr Unterstützung brauchen. "Werkstätten wird es weiterhin geben, damit jeder arbeiten kann", so Trüby. Doch auch hier hat er eine Vision, denn er fordert: "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit". Die Beschäftigten einer Werkstatt erhalten einen durchschnittlichen Lohn von 150 Euro pro Monat, davon können sie den Lebensunterhalt natürlich nicht bestreiten. Betreuer oder Angehörige müssen Jahr für Jahr beim Kreissozialamt Grundsicherung beantragen.

"Werkstätten wird es

weiterhin geben, damit
jeder arbeiten kann."
JoachimTrüby
Nach Trübys Vision erhalten Firmen einen Zuschuss vom Staat, der es ermöglicht, dem Beschäftigten so viel auszubezahlen, dass derjenige alles selbst bezahlen kann.

Dominique Nötzel, Reha-Beraterin der Agentur für Arbeit in Lörrach, lobte die Fortschritte auf dem regulären Arbeitsmarkt und betonte, dass die Menschen nicht alleine gelassen würden. Teilhabe werde zunehmend realisiert, doch es sei wichtig, dass die Menschen dafür fit gemacht würden. Auch Trüby hatte in seiner Rede mehrfach betont, dass der Wille der Menschen zur Mitarbeit und die Eigeninitiative, über Qualifizierungen weiterzukommen, wichtige Voraussetzungen für ein frei bestimmtes Arbeitsleben seien.

Alden Hamza, Lars Scholz, Kevin Carlssohn, Daniel Siebold, Jennifer Kaiser, Michael Gaß, Frank Klimkeit und Julian Wolf erhielten eine Urkunde und wurden ins Arbeitsleben entlassen. Manchem fiel der Abschied von Simone Hugenschmidt, Leiterin des Berufsbildungsbereichs, und Fachkraft Markus Gebhardt schwer. Jeder Absolvent wurde mit anerkennenden Worten vorgestellt und es wurde geschildert, wo der zukünftige Arbeitsplatz sein wird.