Sangesfreude steckt an

Wolfgang Grether

Von Wolfgang Grether

Mo, 13. Mai 2019

Rheinfelden

Männerchöre Eichsel und Maulburg, Liederkranz Degerfelden und Gastsänger lassen es klingen.

RHEINFELDEN-EICHSEL. Zusammen sind wir stark. Das galt am Samstag für den gemeinsamen Auftritt der Männerchöre Eichsel und Maulburg sowie des Liederkranzes Degerfelden beim Jahreskonzert des Männerchors Eichsel. Dirigentin Elena Freydkina ließ im ersten Teil des Auftritts mit "Abendfrieden", "Die Nacht" und "Im Abendrot" drei Kompositionen von Franz Schubert singen. Der Komponist hätte sich über die Darbietungen sicher gefreut.

Das erste Ausrufezeichen setzte der große Gesamtchor mit "Freude" von Heinrich Marschner, einem der führenden Komponisten der deutschen Romantik. Die breite Palette des Gesangs breiteten die Chöre aus, in dem sie Peter Maffay mit seinen "Sieben Brücken" in den Abend einbezogen. Am Klavier setzte Thomas Klein ein Ausrufezeichen für gute Begleitung. Vorsitzender Reiner Oeschger freute sich über eine voll besetzte Halle, was ihm in der Begrüßung anzumerken war. Mit Charme und Witz moderierte Wolfgang Wolter den Abend.

Seit 65 Jahren ist Robert Rütschlin als Sänger dem Chor verbunden. Leider konnte er an diesem Abend nicht dabei sein. Die ihm zugekommene Ehrung durch den Obermarkgräfler Chorverband erinnerte an seine große Leistung aber auch an seine Liebe zum Chorgesang. Nach wie vor ist er Vorbild und Stütze zugleich.

Im Auftritt des Männerchores Eggenertal wurde Freude und Kraft des Liedes besonders deutlich. Dirigent Norbert Weisenseel ist musikalischer Leiter und Motivator in einer Person. Zusammen mit Lothar Welsen am Klavier ließen seine Sänger ihren Auftritt zum ersten Glanzpunkt des Abends werden. Bunt gefächert erklang der Liederreigen vom "Einzugsmarsch" von Johann Strauß über die "Barcarole" von Offenbach bis zum "Hahn von Onkel Giacometo" von Trares. Die musikalische Vision der Städte "Jerusalem" von Adams und "New York, New York" von Kander wurde in den Vorträgen deutlich. Während in der einen Stadt die Sehnsucht nach Friede im Vordergrund steht, wird in der anderen die Umtriebigkeit der Menschen sichtbar.

Der Gesang von Nadine Dreher berührte Ohr und Herz zugleich. Das auch bei Chören bekannte Lied "Die Rose" fand mit ihr in der englischen Version eine wunderbare Interpretin. Leonhard Cohens "Halleluja" berührte die Gäste ebenso. Mitgenommen wurden alle beim Appell, immer an sich selbst zu glauben mit: "This is me". Mit Andreas Mühlhans stellte sich Nadine Dreher ein Highlander aus Maulburg zur Seite. Sein Einzug mit Dudelsack machte Lust auf dieses Instrument. Seine Interpretationen ließen die Vielfalt schottischer Musik erklingen. Die gemeinsame Darbietung "Mull of Kintyre" machte viel Eindruck.

Munter ließen die Sänger den Abend ausklingen mit "Funiculi – Funicula" oder dem Ohrwurm "Was kann schöner sein". "Lass die Sonne in dein Herz" bildete den Schlusspunkt des gelungenen Abends, der sich für eine Wiederholung empfiehlt.