Freiburger Molkerei

Schwarzwaldmilch verbietet den Einsatz von Glyphosat

Barbara Schmidt

Von Barbara Schmidt

Mo, 29. Juni 2020 um 19:51 Uhr

Wirtschaft

Von 1. Juli an gilt auf allen landwirtschaftlichen Flächen der Schwarzwaldmilch-Bauern, auf denen Futter für Milchvieh angebaut wird, "ein konsequentes Glyphosat-Verbot". Auch Soja aus Südamerika verbietet die Molkerei.

Von 1. Juli an muss zugekauftes Futter, insbesondere das eiweißreiche Soja, aus europäischem Anbau stammen. Das teilte die Molkerei in Freiburg am Montag mit. "Auch wenn unsere Milchbauern ohnehin bereits bisher ihre geringen Mengen an zugekauftem Futtermittel größtenteils in Europa bezogen haben, möchten wir mit diesem Schritt ein Zeichen setzen und uns ganz klar gegen die Abholzung des Regenwaldes aussprechen, auf dessen Flächen unter anderem Soja für die Futtermittelindustrie angebaut wird", begründete Geschäftsführer Andreas Schneider den Schritt.

Molkerei will Zeichen gegen Regenwaldabholzung setzen

Die Genossenschaft erhält ihre Milch von gut 1000 Landwirten in der Region. Mit durchschnittlich 43 Kühen sind deren Höfe viel kleiner als der bundesweite Schnitt mit 68 Kühen. Viele bewirtschaften nicht nur Grünland, sondern betreiben auch Ackerbau. Diese heterogene Struktur hatte die Molkerei, deren Milch bereits seit 2017 gentechnikfrei ist, bisher als Argument gegen ein Verbot des umstrittenen Unkrautmittels Glyphosat genannt.

1,66 Cent extra für Weideauslauf

Nun hat sie laut Schneider gemeinsam mit den Landwirten eine Lösung erarbeitet. Kontrollieren soll das Verbot der Milchprüfring Baden-Württemberg. Um eine artgerechte Kuhhaltung zu fördern, zahlt die Molkerei nach eigenen Angaben für Weideauslauf einen Aufschlag von brutto 1,66 Cent je Kilo (etwa ein Liter) Milch. Neue Höfe werden nur noch aufgenommen, wenn sie einen Freilaufstall haben.

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