Corona im Grenzgebiet

Schwellenwerte bei Infektionen im Elsass wie auch in Basel überschritten

dpa/fs

Von dpa & Franz Schmider

Do, 15. Oktober 2020 um 09:58 Uhr

Südwest

Lage im Grenzgebiet bleibt heikel: Das Elsass erfüllt inzwischen die Kriterien für ein Risikogebiet. Auch in den beiden Basler Kantonen ist die Corona-Situation angespannt.

Im Kampf gegen steigende Corona-Zahlen wird in Frankreich der Gesundheitsnotstand von diesem Samstag an wieder eingeführt. Das teilte die Regierung am Mittwoch in Paris nach einer Kabinettssitzung mit. Dazu gehören auch nächtliche Ausgangssperren, Städte im Elsass sind von dieser zunächst aber nicht betroffen. Die Pandemie sei eine gesundheitliche Katastrophe, die wegen ihrer Art und Schwere die Gesundheit der Bevölkerung gefährdet, hieß es.

Der Ausnahmezustand im Gesundheitsbereich bietet einen rechtlichen Rahmen für Beschränkungen, zu denen auch Ausgangssperren gehören können. Der Gesundheitsnotstand gilt ab Samstag auch für das Elsass, das als einzige französische Region bis zum späten Mittwoch vom Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) noch nicht offiziell als Risikogebiet ausgewiesen wurde.

Allerdings erfüllt auch das Elsass inzwischen die Kriterien für ein Risikogebiet: Die Region Bas-Rhin liegt mit einer Infektionsrate von 97,3 Fällen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen deutlich über dem Schwellenwert, im Oberelsass liegt der Inzidenzwert bei 67, also ebenfalls über der kritischen Marke von 50. Auch der Infektionszahl für die gesamte Region Grand d’Est liegt mit 93,1 über dem kritischen Indizenzwert.

Der Gesundheitsnotstand war Ende März für ganz Frankreich ausgerufen worden. Er endete am 10. Juli. Im Frühjahr galten strenge Ausgangsbeschränkungen, die polizeilich überwacht wurden.

Auch in den Grenzgebieten der Schweiz ist die Lage angespannt. Wie in der gesamten Schweiz ist auch in den beiden Basler Kantonen die Zahl der Neuinfektionen weiter gestiegen. Landesweit registrierte das Bundesamt für Gesundheit am Mittwoch 2823 positive Testergebnisse – mehr als je zuvor. Der bisherige Höchstwert vom 23. März lag bei 1464 Neuinfektionen.

Besonders besorgt zeigt sich das Bundesamt, weil fast zehn Prozent aller Tests positiv ausfielen. Auch in den beiden Basler Kantonen ist die Lage angespannt. Der Kanton Basel-Land weist derzeit eine Sieben-Tage-Inzidenz von 45 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner auf. Der Stadt.Kanton liegt mit 75 über der kritischen Marke von 50 Neuinfektionen, die in Deutschland angewandt wird, um ein Risikogebiet zu definieren.