Katholische Kirchengemeinde

Seelsorgeeinheit Emmendingen-Teningen formuliert Strategie

Gerhard Walser

Von Gerhard Walser

Mi, 24. November 2021 um 08:30 Uhr

Emmendingen

Die Pfarrgemeinde hat mit der Pastoralkonzeption auf sieben Themenfeldern neue Weichen gestellt. Ganz oben rangieren der Klima- und Umweltschutz sowie die Caritasarbeit.

"Wir gehen vertrauensvoll ins Offene und Ungewisse", heißt es im Vorwort der Pastoralkonzeption, die der Pfarrgemeinderat der katholischen Kirchengemeinde Emmendingen-Teningen soeben beschlossen hat. Das in Arbeitsgruppen gemeinsam entwickelte Strategiepapier positioniert sich zu sieben Themenfeldern – Klima- und Umweltschutz sowie die Caritasarbeit haben hohe Priorität, aber auch der "Markenkern", die christliche Lehre, soll geschärft werden.

Es sind Schwerpunkte und Weichenstellungen für die kommenden Jahre, die Pfarrgemeinderatsvorsitzender Thomas Henne, Pfarrer Herbert Rochlitz und Gemeindereferentin Helena Rimmele jetzt der Presse vorstellten. Auf gerade mal vier Seiten werden in einer Tabelle einzelne Projekte und Aktionen benannt, konkretisiert und mit Zuständigkeit (wer?) und Realisierungsdatum (bis wann?) versehen. Liturgie und Spiritualität, Caritas, Ökologie, Kinder und Familien, Jugendliche und junge Erwachsene, Ehrenamt und Out of the Box, lauten die Überschriften der sieben Themenfelder.

Zentrale Fragen zur Zukunft

"Es ging uns nicht darum nur das übliche Gemeindeleben am Laufen zu halten, sondern uns zu fragen, was ist zukunftsfähig, wofür braucht man uns in der Stadtgesellschaft?", beschreibt Herbert Rochlitz die Motivation der Autoren des Papiers. "Es ist uns auch ganz gut gelungen, möglichst viele Menschen zu beteiligen", freut sich Helena Rimmele. Der neue Pfarrgemeinderat machte sich bald nach seiner Wahl an die Arbeit. Daten, Fakten und Umfrageergebnisse wurden in Arbeitsgruppen zusammengetragen und in einer Klausursitzung eingehend diskutiert. Thomas Henne erinnert sich gerne an das Treffen bei strahlendem Sommerwetter im Garten des Kindergartens St. Johannes. "Wir haben uns überlegt, wer ist wir und für wen machen wir das eigentlich?". Es sei bewusst nicht darum gegangen, "in der Blase der Gemeinde zu bleiben". Am 9. November fiel dann der Beschluss. Die nun verabschiedete Pastoralkonzeption soll nach spätestens drei bis vier Jahren "nachjustiert" und ergänzt werden.

Blick durch die ökologische Brille

Klima- und Umweltschutz bekommen künftig hohe Priorität: "Bei allen unseren Prozessen setzen wir die ökologische Brille auf", heißt es in der Präambel. Dabei geht es nicht nur um die Umsetzung von durch die Erzdiözese vorgegebenen Standards zur Klimaneutralität oder einen Einstieg in die Initiative "fair.nah.logisch", es geht auch um konkrete Bewusstseinsbildung innerhalb der Pfarrgemeinde in Sachen Umwelt und Klima. Gebäude, Projekte, Personal, Bildungsarbeit "bei allem rückt die Ökologie stärker ins Bewusstsein", so Helena Rimmele. Es gehe darum, "genauer hinzuschauen" und das wichtige Thema stets mitzudenken – ein geliehenes Lastenrad steht an diesem Tag wie zufällig im Foyer des Pfarrsaals.

Hilfe für Senioren und Familien

Dass den Worten auch bereits Taten folgen, zeigt das Themenfeld der Caritas, wo sich die Gemeinde verpflichtet, Menschen mit betagten Angehörigen stärker zur Seite zu stehen oder Familien durch Lernpatenschaften zu unterstützen. Die hauptamtliche Stelle wurde aufgrund des Bedarfs vom Stiftungsrat von 30 auf 40 Prozent aufgestockt. Ansonsten setzt die Gemeinde weiter aufs Ehrenamt. Im Oktober fand bereits ein "Come together" für in der Kirchengemeinde Engagierte rund um St. Bonifatius statt, mindestens einmal jährlich soll es zwischen den Gemeindeteams einen Austausch geben, regelmäßige Einkehrtage und gezielte Fortbildungen angeboten werden.

Neue Gottesdienstangebote

Kirche wäre nicht Kirche, wenn sie nicht auch die Wirkung der Gottesdienste und Fragen der Spiritualität hinterfragen würde. Auch hier werden neue Angebote für Familien entwickelt oder gepflegt. "Kirche Kunterbunt" in St. Johannes – das als Gemeindezentrum "out of the box" umgestaltet und weiterentwickelt werden soll – im Wechsel mit "Schatzsuchergottesdiensten", "Der andere Gottesdienst" für Jugendliche und junge Erwachsene, Angebote für trauernde Eltern oder ökumenische Gottesdienste in Teningen. Auch liturgische Texte sollen verständlicher werden und "herrschaftliche Formulierungen" vermieden werden.
Info:

Die Pastoralkonzeption ist auf der Homepage der Gemeinde abrufbar: http://www.kath-emmendingen.de