"Silent Rider" als Vorbild?

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 23. November 2019

Todtnau

Motorradlärm: Ewald Dießlin aus Geschwend und Rainer Stickelberger (SPD) wenden sich mit neuem Vorschlag ans Landratsamt.

TODTNAU/BERNAU (BZ). Der Landtagsabgeordnete Rainer Stickelberger (SPD) unterstützt erneut die Forderung nach einem neuen Tempolimit auf der L 149 bei Geschwend. Dort setzt sich unter anderem Ewald Dießlin, Vorsitzender der Genossenschaft Das Rößle, seit Langem dafür ein, die Geschwindigkeit am Ortsausgang Richtung Präg reduzieren zu lassen. Bislang vergeblich. Stickelberger schlägt nun die Initiative "Silent Rider" im Nationalpark Eifel als Beispiel vor.

"Selbst das letzte sonnige Wochenende war vom Lärmfaktor bezüglich der Zweiräder wieder einmal die Höhe. Unerträglich dieses Tagesgrummeln!", schreibt Dießlin über den Motorradlärm. Am 24. Oktober war am Ortsausgang ein Motorradfahrer tödlich verunglückt.

Rainer Stickelberger nimmt das Anliegen der Anwohner zum Anlass, sich an Landrätin Marion Dammann zu wenden. Er schreibt ihr mit Datum vom 29. Oktober: "Erneut weist Herr Dießlin auf die extrem hohe Lärmbelästigung durch Motorradfahrer während der ganzen Motorradsaison hin; ebenso auf die Gefährlichkeit der kurvenreichen L 149 bei nicht angepasster Geschwindigkeit.

Die Themen Verkehrssicherheit, Lärmschutz, Lebensqualität der Anwohner und Aufenthaltsqualität der Touristen sind also leider immer noch aktuell." Die Probleme seien gerade im Präger Gletscherkessel und der sehr engen Ortsdurchfahrt Geschwend seit Jahren bekannt. "Vor dem Hintergrund des tödlichen Unfalls sowie einer zwischenzeitlich zunehmenden Sensibilisierung für die gesundheitsschädlichen Auswirkungen von Lärm möchte ich Sie daher bitten, die Situation in Geschwend und auf der L 149 erneut auf mögliche wirksame Gegenmaßnahmen wie Temporeduzierungen prüfen zu lassen", so Stickelberger. Bislang haben sich diese Vorschläge aber nicht durchgesetzt.

Da der Motorradlärm trotz häufiger Kontrollen auch auf anderen Strecken des Landkreises ein immer größer werdendes Problem sei, schlägt der Lörracher Abgeordnete die Initiative "Silent Rider" im Nationalpark Eifel als Beispiel vor. Dort geht es um die "Vision einer ländlichen Region ohne mutwillige Lärmverschmutzung".

Geplant ist dort eine bundesweite Informations-, Image-, und Aktionskampagne gegen Motorradlärm. Dazu gehören leisere Motorräder ab Werk, drastischere Strafen für Manipulationen, Frontkennzeichen für Motorräder und einiges mehr. Dazu Dießlin: "Hier müsste sich auch eine gemeinsame Organisation aus Präg-Hochkopf-Präg-Wacht, Geschwend als Eingang/Durchfahrt, Gersbach, Kürnberg, Todtnau-Notschrei, Todtnau-Feldberg, dem Kleinen Wiesental, Böllenertal nach Schönau wie auch angrenzend Bernau und Todtmoos organisieren!"