Twitter- und Instagram-Schau

So bereiten sich Eltern auf fünf Wochen ohne Kinderbetreuung vor

Lisa Böttinger

Von Lisa Böttinger

Mo, 16. März 2020 um 16:10 Uhr

Computer & Medien

Humor, Solidarität und Frust: In den sozialen Medien lassen betroffene Eltern vor den Schul- und Kitaschließungen wegen Corona ihr Innerstes heraus. Die besten Posts gegen Nervenzusammenbrüche.

"Vier Packungen Ohropax" und "Schnapspralinen für Mama" sind nur zwei Punkte der Liste, die sich viele Eltern am Wochenende als eine Art Anleitung zum Durchhalten über WhatsApp herumschicken. Fünf Wochen ohne Kinderbetreuung – wie soll das gehen, wenn Eltern oder Alleinerziehende arbeiten müssen und Großeltern als Alternative ausfallen? Wie hält man die Kinder bei Laune – und sich selbst? Wer bringt dem Kind jetzt Mathe bei? Der totale Kinderbetreuungs-Shutdown wegen des Coronavirus lässt viele Eltern zwar verzweifeln – einige haben ihren Humor aber auch noch nicht verloren, wie ein Blick auf Twitter zeigt.

Der fiktive Dialog eines Nutzers mit seinem Kind trifft einen Nerv: die große Frage nach dem Thema Fernsehen. Wie viel davon in der aktuellen Situation gut ist, kann man eben so und so sehen.



Viele öffentlich-rechtliche Sender wie der SWR haben auf die steigende Nachfrage nach sinnvoller Unterhaltung für Kinder bereits reagiert: Der "Tigerenten Club" läuft ab diesem Montag schon ab 8 Uhr, Lern- und Wissensserien wie "Planet Wissen" und "Planet Schule" ebenfalls bereits am Vormittag – übrigens nicht nur im linearen Fernsehen, sondern auch im SWR-Kindernetz oder bei YouTube. Auch die "Sendung mit der Maus" hat reagiert – und läuft demnächst täglich:



TV-Formate schön und gut, aber was ist, wenn die Kinder wirklich Stoff durchackern müssen? Der Begriff "Coronaferien" sorgt bei vielen für Unmut – nicht nur unter Eltern.







Und tatsächlich hat die aktuelle Situation mit "Ferien" wenig zu tun, finden andere.





Trotzdem beginnt der erste Tag ohne Kinderbetreuung zumindest bei manchen nicht ganz schlecht.





Der erste Tag ohne Kinderbetreuung? Strenggenommen nicht ganz, denn viele Einrichtungen öffnen heute noch einmal, um wichtiges Lehrmaterial und Infos zu übergeben. Das dürfte dem Virus allerdings egal sein, findet ein Nutzer.



Andere gehen es pragmatisch an: Stundenplan, Schulgong, geht doch alles.





Ob man die Situation als Eltern gelassen nimmt oder nicht, eines wird sich in den kommenden Wochen nicht vermeiden lassen: Alle müssen zusammenhalten und mithelfen, damit der Alltag funktioniert.



Auch die Kinder – und die kriegen das zum Teil überraschend gut hin.



Kinder, die sich jetzt einfach selbst betreuen? Ein schlechter Witz, findet @mamameeting:

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Ab Montag bleiben alle Kinder zu Hause und betreuen sich selbst... ja, eher nicht. Da viele Mütter schon wegen der sonst eingeschränkten Betreuungszeiten in Kindergärten und Schulen in Teilzeit arbeiten, sind es häufig ihr Jobs, die jetzt das Nachsehen haben. Das ist richtig mies, aber nicht nur, weil viele Unternehmen den Ausbau von Home Office Arbeitsplätzen in den letzten Jahren vor sich her geschoben haben. Mamas (und auch Papas), die jetzt zu Hause bleiben, um die Betreuung ihrer Kinder aufzufangen, sind dabei rechtlich nicht abgesichert. Der Schritt zum Shut-Down im Bereich der Kinderbetreuung und Bildung ist mit Sicht auf das Risiko, das von Corona ausgeht, nachvollziehbar. Kitas und Schulen sind Orte an denen sich Krankheiten flott vermehren. Kennen wir von Drei-Tage-Fieber, Hand-Mund-Fuß, Scharlach und den Windpocken! Es ist logisch an dieser Stellschraube zu drehen, um die Pandemie zu verlangsamen. ABER leider haben es die Verantwortlichen dabei völlig verpennt, einen rechtlichen Rahmen für diesen Ausnahmezustand abzustecken, mit dem Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die jetzt wegen Corona zu Hause bleiben geschützt werden. Solange Dein Kind nicht selbst positiv auf Corona getestet ist oder die Quarantäne genau deiner Familie vom Gesundheitsamt angeordnet wurde, können die üblichen Kind-Krank-Tage, die Euch zustehen, nicht geltend gemacht werden. Wer jetzt zu Hause bleibt, weil es nicht anders geht, weil Kitas und Schulen dicht sind, muss individuelle Absprachen mit dem Chef/der Chefin finden. Viele Vorgesetzte haben jetzt Verständnis, aber ohne gesetzlichen Kündigungsschutz für Eltern während Corona, ist sind Workings Moms und Dads auf das Wohlwollen der Frauen und Männer über ihnen angewiesen. That"s a Abhängigkeitsverhältnis you don"t want! Wir haben aktuell gleich mehrere Beiträge auf Mama Meeting, in denen es um Rechte, Pflichten und Know How für die aktuelle Situation geht. Mehr auf Mamameeting.de - Link in bio #corona #covid_19 #kitaschließung #pandemie #arbeitenmitkind #homeoffice #nrw #schulschließungen #mamaalltag #mamablogger #kenndeinerechte Foto: @momsandproud

Ein Beitrag geteilt von Mama Meeting (@mamameeting) am Mär 14, 2020 um 9:57 PDT



Und auch die naheliegende Idee mit dem Fernsehen klappt nicht immer.



Zum Glück gibt es auch dazu Alternativen: Wer noch Inspiration sucht, wozu Hamsterkäufe außer Hamstern und Aufessen gut sein können, findet ebenfalls Tipps bei den Twitter-Eltern. Die Message: Durchhalten, Nerven bewahren – und all das gehortete Klopapier zumindest sinnvoll einsetzen.