Kippenheim und Ettenheim

So hat sich Tief Axel in der südlichen Ortenau ausgetobt

Karl Kovacs und Klaus Fischer

Von Karl Kovacs & Klaus Fischer

Di, 21. Mai 2019 um 18:45 Uhr

Ettenheim

Für Großeinsätze der Feuerwehren in Ettenheim und Kippenheim hat am Montagnachmittag Tief "Axel" gesorgt. Für die Helferinnen und Helfer war es ein Großkampftag.

Besonders in Kippenheim musste die Feuerwehr Knochenarbeit leisten. Dort schüttete es von etwa 16 Uhr an wie aus Kübeln. Der Starkregen dauerte eine gute Stunde, zum Teil hagelte es auch. In Folge des Starkregens, schreibt die Feuerwehr Kippenheim auf ihrer Facebook-Seite, "konnte der Mühlbach diese Menge in dieser kurzen Zeit nicht mehr aufnehmen. Dies hatte zur Folge, dass es etwa im Bereich Querstraße zu einer Überflutung von circa einem halben Meter kam."

Im Einsatz waren 25 bis 30 Kameradinnen und Kameraden, wie Kommandant Andreas Hurst berichtet. Bis 21.15 Uhr waren sie damit beschäftigt, Keller auszupumpen. Betroffen waren insgesamt etwa 20 Häuser, neben der Post- und Querstraße auch in der Bachgasse und in der Straße Am Mühlbach. Dass der Regen-Einsatz etwas Außergewöhnliches war, steht für Hurst außer Frage. "So extrem und flächendeckend habe ich das noch nicht erlebt", sagt der Kommandant, der seit 21 Jahren für die Gemeinde arbeitet. "Auch ältere Anwohner der Poststraße konnten sich nicht an ähnliche Ereignisse erinnern."

53 Liter Regenwasser auf den Quadratmeter

Auch in Schmieheim schüttete es wie aus Kübeln, allerdings nicht ganz so heftig wie in Kippenheim. "Bis 17 Uhr waren es etwa 30 Liter pro Quadratmeter", sagt Ortsvorsteher Michael Hartmann. Einige Keller seien dennoch vollgelaufen. Positiv aus Hartmanns Sicht: Der Hochwasserschutz Im Winkel, der vor einem knappen Jahr fertiggestellt worden war, konnte das Wasser aus dem Bach aufnehmen. "Der Schutz an dieser Stelle hat sich bewährt", resümiert Hartmann. An anderen Stellen im Dorf, fährt der Ortsvorsteher fort, müsse aber noch nachgebessert werden.

Die Lage am Montag konnte laut Andreas Hurst nach Ende des Regens relativ schnell unter Kontrolle gebracht werden. Am Dienstag war dann der Bauhof in Kippenheim und Schmieheim unterwegs, um verschlammte Straßen zu reinigen und aufzuräumen.

Vollgelaufene Keller und Kellerwohnungen in Münchweier und Wallburg und eine überspülte Straße beim Schwimmbad Ettenheim waren am Montag die Einsatzorte der Feuerwehr Ettenheim (wir berichteten).

Durch das Einstauen der Wassermassen in den Rückhaltebecken Breitmatt in Ettenheimmünster und Erlenried am östlichen Eingang zur Kernstadt konnte Schlimmeres verhindert werden. Ab 17 Uhr am frühen Montagabend wurde zum Breitmattpolder am Ausgang des Dörlinbacher Grund in Ettenheimmünster und ab 18 Uhr zum Rückhaltebecken Erlenried die Schieber geöffnet. "Zu diesem Zeitpunkt hatte der Stadtpegel an der Brücke über den Ettenbach bei der Friedrichstraße eine kritische Marke erreicht und automatisch die Schieber geöffnet", erklärte Paul Krieg, stellvertretener Leiter des Bauhofs und für die Rückhaltung bei Hochwasser verantwortlich. Bis etwa 21 Uhr sei am Montag eingestaut worden.

Auch am Dienstagmorgen hatten sich die Schieber zu den beiden Rückhalteräumen noch einmal geöffnet und Wasser vom Ettenbach eingelassen. An der Espenbrücke war zugleich der Zufluss zum Gewerbekanal geschlossen und aus dem Rückhaltebecken Erlenried über den Tag hinweg sukzessive Wasser nur noch in das Bett des Ettenbachs abgeleitet worden.

Laut der Wetterstation in Ettenheimmünster waren am Montag 53 Liter Regenwasser auf den Quadratmeter niedergegangen. Bis 15 Uhr am Dienstag waren 24 Liter pro Quadratmeter gemessen worden, so Paul Krieg. Die Meteorologen rechnen noch mit Niederschlägen bis Mittwochmittag.