Bildung

So läuft das digitale Semester an den Freiburger Hochschulen

Anika Maldacker

Von Anika Maldacker

Sa, 11. Juli 2020 um 10:08 Uhr

Freiburg

BZ-Plus Ende Juli geht das erste fast ausschließlich digitale Sommersemester zu Ende. Für Studierende und Lehrende an den Freiburger Hochschulen war es Stressfaktor, Chance und Überraschung zugleich.

Die Arbeit ist mehr geworden, die sozialen Kontakte weniger: Das Sommersemester 2020 ist ein Novum, weil es aus der Not heraus schlagartig digitalisiert wurde. Wir haben Studierende und Lehrende der Freiburger Hochschulen gefragt, wie das digitale Studium läuft.
Uni Freiburg
"Anfangs fand ich die digitale Lehre nicht so schlecht", sagt die 20-jährige Natalie Fastovski, die an der Uni im Bachelor Anglistik und Französisch studiert. Da sie in Waldkirch lebt und dort zwei Tage die Woche arbeitet, war sie froh, dass das Pendeln wegfiel. Was ihr positiv auffällt: "Für introvertierte Menschen wie mich ist es einfacher an Vorlesungen über die Chat-Funktion teilzunehmen", sagt sie. Und: Wenn Dozierende zu schnell sprechen, könne man zurückspulen. Eine Sache stört sie: Von den sieben Veranstaltungen, die sie belegt, werden bei drei die aufgezeichneten Vorlesungen oft später auf die unieigene Plattform Ilias hochgeladen, als angekündigt. "Ich habe schon öfter nachgefragt, wo die Materialien bleiben", sagt Natalie, "die Dozierenden antworten, sie hätten es früher nicht geschafft". Das stört sie, weil sie gerne plant, wann sie Vorlesungen und Seminare durcharbeitet.

Beim 24-jährigen Student Florian Müller aus Bötzingen halten sich die Vor- und Nachteile die Waage. "Es ist definitiv mehr Arbeit geworden", sagt er. Vorbereitung und Nachbereitung habe zugenommen. Einige Dozierende seien überfordert mit der Technik, schlechte Internetverbindungen störten immer wieder. Aber: Das digitale Semester hat auch Vorteile, sagt der Lehramtsstudent. Es sei noch nie so einfach gewesen, an so vielen Seminaren teilzunehmen. In diesem Sommersemester belegt er elf Veranstaltungen. "Es ist toll, morgens mit Kaffee und daheim in der Vorlesung zu sitzen", sagt er.

Für Lisa Discher, die Germanistik und Anglistik studiert, fühlt es sich ganz anders an, digital zu studieren. "Die krasseste Veränderung für mich war, dass sich plötzlich meine Struktur verändert hat", sagt sie. Vor Corona sei sie schon morgens in die Bibliothek, zwischendurch in die Vorlesung, in die Mensa oder ins Uni-Café. Nun ist die UB schon am Vortag ausgebucht. Seit kurzem setzt sie sich in die PH-Bibliothek, um wenigstens etwas von ihrem alten Alltag zurückzuhaben. Auch für sie ist es mehr Arbeit geworden. Die Anzahl an Veranstaltungen, die ...

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