Militärische Verstärkung

Soldaten helfen in Neustadt und Freiburg beim Kampf gegen das Coronavirus

BZ-Redaktion & dpa

Von BZ-Redaktion & dpa

Di, 24. März 2020 um 18:19 Uhr

Südwest

Erstmals in der Coronakrise sind seit Dienstag Soldaten zur Unterstützung in Krankenhäusern in Freiburg und Titisee-Neustadt im Einsatz. Die Sanitätssoldaten sollen im Klinikbetrieb helfen.

Je sieben Sanitätssoldaten würden in Krankenhäusern in Freiburg und Titisee-Neustadt zunächst einmal eingewiesen und sollen künftig im Klinikbetrieb helfen, sagte ein Sprecher des Landeskommandos Baden-Württemberg am Dienstag. In Neustadt soll der Bundeswehrtrupp mit sieben Sanitätssoldaten und Beatmungsgeräten die Helios Klinik im Kampf gegen das Coronavirus unterstützen.
"Momentan sind unsere Intensivkapazitäten in Titisee-Neustadt glücklicherweise noch nicht erschöpft." Beatrice Palausch, Geschäftsführerin der Helios Kliniken
Demnach hatte der Krisenstab des Landratsamts angesichts der Corona-Entwicklung bei der Bundeswehr Unterstützung beantragt. Das Landeskommando der Bundeswehr leitete die Anfrage auf die Bundesebene nach Berlin weiter – mit Erfolg: Am Dienstag sind die ersten Soldaten eingetroffen, ein Team aus medizinischem Fachpersonal hat damit begonnen, Vorbereitungen zu treffen. Wann der Einsatz beginnt, welcher Art die Unterstützung ist und wie lange sie dauern kann, werde nach der Einweisung festgelegt, wie Landkreissprecher Matthias Fetterer auf BZ-Anfrage sagt.

Die Anforderung erfolgte vorsorglich. "Momentan sind unsere Intensivkapazitäten in Titisee-Neustadt glücklicherweise noch nicht erschöpft. Ich bin allerdings dem Landkreis und dem Landeskommando sehr dankbar, dass wir nun zusätzliche Reserven für die erwartete schwierige Situation haben", äußert Beatrice Palausch, Klinikgeschäftsführerin der drei Helios Kliniken im Kreis.

Ausgebildete Notfallsanitäter und Rettungsassistenten

Thorsten Vowinkel, Ärztlicher Direktor des RKK-Klinikums, sagt, es gebe Berechnungen, dass die Gegend aufgrund der örtlichen Nähe zu Frankreich besonders stark von einer steigenden Zahl von Covid-19-Patienten betroffen sein wird. Durch vorausschauende Planung wolle man sich auf diese Situation vorbereiten, sagte der Mediziner, der Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie im St. Josefskrankenhaus ist.

Die Sanitätssoldaten sind ausgebildete Notfallsanitäter und Rettungsassistenten und helfen bei der Versorgung von zu beatmenden Patienten. Durch die Unterstützung der Bundeswehr, die auch Material wie Beatmungsgeräte stellt, sowie durch die hohe Bereitschaft der eigenen Mitarbeiter zu Überstunden oder Wochenenddiensten können laut dem Krankenhaus doppelt so viele zu beatmende Patienten versorgt werden.
Militärische Unterstützung

Für den Katastrophenschutz und die Gesundheitsversorgung sind in Deutschland zunächst die Landkreise und die kreisfreien Städte verantwortlich. Bei Überforderung können sie um Amtshilfe bitten und sich dabei auch an die Bundeswehr wenden. Jedoch muss zunächst geprüft werden, ob andere zivile und nichtmilitärische Stellen unterstützen können.

Landrätin Dorothea Störr-Ritter begrüßt die frühzeitige Unterstützung durch die Bundeswehr. Sie wird zitiert mit den Worten: "Ich bedanke mich für die große Bereitschaft und die schnellstmögliche konkrete Umsetzung der Unterstützung. Wir sind mit Hochdruck dabei, die medizinische Versorgung im ganzen Landkreis zu verstärken. Für den Hochschwarzwald sind die zusätzlichen Beatmungsgeräte und das Personal der Bundeswehr eine wichtige Hilfe."

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