SPD kritisiert Umgang mit Straßennamen

Sebastian Heilemann

Von Sebastian Heilemann

Mi, 24. November 2021

Denzlingen

Hindenburgstraße Denzlingen.

(BZ/sbh). Die Diskussion um die Umbenennung der Denzlinger Hindenburgstraße geht nach der jüngsten Ratssitzung weiter. Zuletzt beschäftigte sich die Denzlinger SPD bei einer Mitgliederversammlung mit dem Thema – und wirft dem Rat mit seiner Entscheidung gegen eine Umbenennung vor, die Person Paul von Hindenburgs zu ehren. Das geht aus einer Mitteilung der Partei hervor.

Der Rat hatte über den weiteren Umgang mit dem Straßennamen beraten (wir haben berichtet). Dabei hatte die Mehrheit des Gremiums eine Umbenennung abgelehnt und sich dafür ausgesprochen, den Straßennamen zu erhalten – allerdings mit einer kritischen Einordnung der Person. Zusätzlich soll ein Schild mit einordnenden Informationen zu Paul von Hindenburg angebracht werden sowie ein QR-Code, über den weitere Informationen abgerufen werden können. Die Zusatzinhalte sollen nun unter anderem in Bürgerworkshops erarbeitet werden. Die SPD hatte diesen Vorschlag abgelehnt und sich schon während der Sitzung für eine Umbenennung ausgesprochen.

SPD-Mitglieder fordern Straßenumbenennung

In der Mitteilung der SPD heißt es nun, die Anwesenden bei der Mitgliedsversammlung seien einhellig der Meinung gewesen, dass die Benennung einer Straße nach einer Person eine Ehrung sei. Die Person Paul von Hindenburgs, die unter anderem als Wegbereiter Adolf Hitlers gilt, gehöre nicht zu dem Personenkreis, dem eine Ehrung zustehe. Die Ablehnung des SPD-Antrags im Gemeinderat auf Umbenennung durch die Mehrheit des Gemeinderates komme einer zweiten Ehrung nach 1915 gleich, wirft die SPD nun dem Gemeinderat in der Mitteilung vor.

Die SPD-Mitglieder folgten einstimmig einen Antrag von Dietrich Elchlepp, der sich für die Umbenennung der Hindenburgstraße ausspricht. Der Vorstand der Denzlinger SPD werde aufgefordert, so die Mitteilung der Partei weiter, hierfür aktiv bei den Einwohnern zu werben. Selbstverständlich sei, dass damit auch die "Hindenburgsträßler" mitgenommen werden sollen, wie Elfriede Behnke laut Mitteilung betonte. Hindenburg sei ein ausgewiesener, aktiver Gegner der Demokratie gewesen, heißt es.