Die Osterruhe ist Joachim Löw wichtig

dpa

Von dpa

Sa, 03. April 2021

Nationalelf

Bundestrainer ist nicht beim Liga-Spitzenspiel in Leipzig.

Das Sehnsuchtsziel Wembley wirkt nur noch wie eine unrealistische Träumerei. Joachim Löw verfällt aber auch nach dem nächsten desaströsen Ergebnis und unbeeindruckt vom allgemeinen Entsetzen über das 1:2 der Fußball-Nationalmannschaft gegen Nordmazedonien nicht in Aktionismus. Den Bundesliga-Gipfel an diesem Samstag (18.30 Uhr/Sky) zwischen RB Leipzig und dem FC Bayern will der Bundestrainer nicht im Stadion verfolgen. Er sei dafür "nicht eingeteilt", lautete die merkwürdig klingende Begründung des Top-Angestellten des Deutschen Fußball-Bundes.

Während viele Fans auf eine Antwort warten, ob der öffentlich zum allgemeinen Problemlöser ernannte Thomas Müller bei der EM nun doch noch dabei sein wird, verabschiedete sich Löw ohne jede Zu- oder Absage für den Münchner Fußball-Leithammel oder dessen einstigen Weltmeister-Kollegen Mats Hummels in seine Osterruhe. Erst am Mittwoch (21 Uhr/Sky) will er beim Champions-League-Spiel der Bayern gegen Paris Saint-Germain in München die nächste Spieler-Inspektion vornehmen.

Dass Löw seine einst glanzvolle Dauer-Karriere als Bundestrainer tatsächlich erst nach dem am Karfreitag noch möglichen 100-Tage-Maximum mit dem EM-Finale am 11. Juli in London beenden wird, mögen nicht einmal mehr die größten Optimisten glauben. Im Falle eines im aktuellen Stimmungsbild nicht ausgeschlossenen Vorrundenscheiterns in der Gruppe mit Frankreich, Portugal und Ungarn wäre die Ära Löw in 82 Tagen vorbei. Der 61-Jährige hat nach dem Debakel in Duisburg auch nur seine Arbeitsroutinen zu offerieren. Turniertauglichkeit, so lautet Löws letztes Versprechen, soll wieder in der unmittelbaren Vorbereitung vom 25. Mai an in Seefeld in Tirol erreicht werden. "Wenn wir etwas Zeit haben, werden wir da schon Konstanz reinbringen und die richtigen Dinge anpacken", gab er eine erstaunlich positive Prognose.

Den Namen Thomas Müller nahm Löw beim fast 13 Minuten dauernden Frage-Antwort-Ritual nach der Nordmazedonien-Pleite nicht in den Mund. Den von Hummels nannte er ebenfalls nicht. Und den von Jerome Boateng, der mit seinem späteren Bayern-Teamkollegen Hummels bei der WM 2014 ein überragendes Innenverteidiger-Duo bildete, schon gar nicht.