Ohne Hassler, mit roter Laterne

roba, bz

Von Rolf Rombach & BZ-Redaktion

Mo, 02. Dezember 2019

Ringen

Coach kündigt Rückzug bei Ringer-Erstligist RG Hausen-Zell an / TuS Adelhausen siegt mit Semisorow.

LÖRRACH (roba/BZ). Es war das gewohnte Bild der Zwei-Klassen-Gesellschaft in der Südwest-Gruppe der Ringer-Bundesliga: Treffen Außenseiter auf eines der beiden Spitzenteams, tendiert ihre Siegchance gegen Null. Warum also den Top-Kader aufbieten, wenn sich angesichts fehlender Erfolgsaussichten Kosten sparen lassen? Entsprechend traf der Tabellenzweite TuS Adelhausen beim KV Riegelsberg (31:6) auf wenig Gegenwehr, die Saarländer verzichteten ebenso darauf, ihr Potenzial auszuschöpfen, wie die RG Hausen-Zell gegen den KSV Köllerbach. Der Tabellenführer "ist nicht unsere Liga", sagte Ralf Wagner. Da der KSV "mit der vollen Mannschaft kam, war der Ausgang klar", so der RG-Sportchef nach der 9:26-Niederlage.

Überraschend war hingegen, dass Trainer Florian Hassler nach dem Heimkampf seinen Rückzug zum Rundenende ankündigte. Er wolle mehr Zeit für die Familie, erklärte Hassler, der seit 2016 mit Adrian Recorean das Trainergespann in Hausen-Zell bildet. In ihrer zweiten gemeinsamen Saison führten sie die RG zurück in die Bundesliga.

Gegen Köllerbach boten die Gastgeber nur zwei statt der vier erlaubten ausländischen Ringer auf, dafür kamen die Eigengewächse Tobias Greiner und Manuel Kiefer nach längeren Verletzungspausen zu ihrem Saisondebüt. Die Punkte für die RG steuerten die Greco-Spezialisten bei: Razvan-Marian Kovacs (bis 57 Kilogramm), Florian Neumaier (80) und Oliver Hassler (98), der sieben seiner neun Saisonkämpfe gewonnen hat. In der Tabelle rutschte Hausen-Zell auf den letzten Platz ab, da der ASV Urloffen bei der RKG Freiburg (23:7) gewann und die Wiesentäler überholte. Doch während die RG in der Rückrunde bereits gegen das Spitzenduo Köllerbach und Adelhausen antrat und verlor, stehen Urloffen diese Duelle noch bevor.

Den Adelhausern fehlen nach dem Sieg in Riegelsberg nur noch zwei Punkte aus den letzten vier Kämpfen, um die Playoff-Teilnahme auch rechnerisch fix zu machen. Beim 31:6-Erfolg kamen zwei WM-Teilnehmer zu ihrem Saisondebüt für den TuS. Alexander Semisorow ließ es im 71er Freistil langsam angehen, steuerte aber souverän drei Punkte bei. Der kroatische Neuzugang Dominik Etlinger (75 G) holte bei seinem ersten Einsatz für Adelhausen einen Überlegenheitssieg.

Für die 20:0-Pausenführung benötigte der TuS lediglich zwölfeinhalb Minuten Kampfzeit. Ein hoffnungsvolles Saisondebüt in der Bundesliga bot Pascal Ruh – trotz seiner 3:9-Niederlage im 86er Freistil gegen Robin Paulus. Nach seiner auskurierten Ellenbogenverletzung zeigte sich Ruh im Stand präsent, musste allerdings in der Bodenlage einige Punkte lassen.