Stadtgeschichte und mehr

Michael Haberer

Von Michael Haberer

Mi, 14. Oktober 2020

Kenzingen

Arbeitsgemeinschaft für Geschichte und Landeskunde stellt 26. Band der "Pforte" vor.

. Der 26. Band der "Pforte" ist erschienen. Roswitha und Klaus Weber präsentierten die neue Publikation der Arbeitsgemeinschaft für Geschichte und Landeskunde in Kenzingen (AgGL) am Freitag im Rathaus. Bürgermeister Matthias Guderjan äußerte Dank und Anerkennung für die AgGL.

Die Themenvielfalt mache die neue "Pforte" aus, erklärte Roswitha Weber, in deren Händen die Schriftleitung lag. Die 220 Seiten gehörten nicht wie in anderen Jahren einem Schwerpunktthema und es würden mehr Buchbesprechungen als sonst geboten. 18 Autoren wirkten mit. Die 500 Exemplare seien fast ausverkauft. Die "Pforte" ist auch online über das Portal der Universitätsbibliothek Freiburg einzusehen.

Das Zentrum der Beiträge sei zwar Kenzingen und das Stadtarchiv sei die "große Schatzkammer" des Vereins. Doch das Themenspektrum reiche auch über Kenzingen hinaus. Auch in diesem Band findet sich eine Arbeit von Kirchenrat Hans Maaß. Er widmet sich den Fischen im Kenzinger Stadtwappen. Archäologen, allen voran der Gebietsreferent der Denkmalpflege, Andreas Haasis-Berner, beschäftigen sich mit Denkmalen und Denkmalpflege in Kenzingen. Dabei geht es um Aspekte der Altstadtsatzung wie auch um archäologischen Funde im Stadtgebiet.

Walter Heizmann hat sich dem Thema Stadtmühle und der Kenzinger Stromversorgung angenommen. Der Beitrag bekam eine ganz aktuelle Bedeutung durch den Großbrand in der früheren Stadtmühle, dem späteren E-Werk der Stadt. Heizmann liefert wertvolle Einblicke in die Geschichte des Gebäudekomplexes.

Von Hermann Brommer findet der Leser einen kurzen Auszug aus einem Text zur Pfarrkirche in Wittnau und die Bedeutung des Kenzinger Pfarrers Leopold Koch für den Bau der Kirche. Volker Fundinger blickt auf die Geschichte des Kenzinger Gesangvereins Eintracht. Der Beitrag in der Festschrift zum 140-jährigen Bestehen des Chors hat im vergangenen Jahr eine besondere Bedeutung bekommen: Nach fast 150 Jahre Singen löste sich die Eintracht auf.

Der Historiker Norbert Ohler stützt sich vornehmlich auf das Erzbischöfliche Archiv, wenn er über "Gewalt und Opferbereitschaft" am Ende des Zweiten Weltkrieges im katholischen Dekanat Waldkirch schreibt. Dazu hat Josef Göhri einige der Fotos aus seinem Bildarchiv freigegeben. Gertrud Zier gibt Einblicke in die Freundschaft zwischen einem Französisch-Sprachkurs in Kenzingen und einem Deutsch-Sprachkurs in Caen in der Normandie. Ein Kenzinger Geschichtsthema ist die mittelalterliche Präsenz des elsässischen Klosters Andlau in der Stadt und der ganzen Region. Maurice Laugner stellt die "Ateliers de la Seigneurie" vor, eine Bildungsstätte zur Vermittlung des elsässischen Kulturerbes in Andlau. Der AgGL-Vorsitzende Klaus Weber ergänzt den Beitrag des früheren Bürgermeisters von Andlau um Informationen zum Kontakt seines Vereins mit Andlau. Weber schreibt auch über das Kartoffeldorf Forchheim. Bianca Weber-Lewerenz hat sich der Handwerkskunst in Kenzingen und Peking angenommen. Dieter Michael Hensle aus Nordweil stellt seinen Großvater vor, den Herrgottschnitzer Michael Hensle. Einige Beiträge kreisen um die Partnerschaft Kenzingens mit dem kroatischen Vinkovci. So hat sich Tomislav Talanga mit deutschen Lehnwörtern im Kroatischen auseinandergesetzt.