Erster Prozess

Staufener Missbrauchsfall: Haupttäter Christian L. soll im Prozess gegen Markus K. aussagen

Carolin Buchheim

Von Carolin Buchheim

Do, 12. April 2018 um 17:00 Uhr

Südwest

Am ersten Tag im Missbrauchsprozess gegen Markus K. hat der Angeklagte unter Ausschluss der Öffentlichkeit ein Geständnis abgelegt. Um das zu überprüfen soll auch der mutmaßliche Haupttäter Christian L. aussagen.

16.20 Uhr Die Verhandlung ist für heute beendet. Der Prozess wird am kommenden Mittwoch, 18. April, um 8.30 Uhr fortgesetzt. Dann sollen unter anderem Christian L. und ein Psychologe der forensischen Ambulanz aussagen, der den Angeklagten betreut hat. Auch der forensische Gutachter Hartmut Pleines könnte dann bereits aussagen.
Verlesung von Dokumenten
15.55 Uhr Richter Bürgelin liest die Entscheidung über die Führungsaufsicht für den Angeklagten Markus K. nach seinem ersten Gefängnisaufenthalt vor: Er musste Wohnsitzwechsel melden, alle vier Wochen Kontakt mit der Polizei aufnehmen, Arbeitslosigkeit melden und einmal im Monat Therapie bei der Forensischen Ambulanz Baden in Freiburg absolvieren. Kontakt mit Kindern und Jugendlichen ohne deren Erziehungsberechtigte wurde ihm untersagt. In der Begründung werden Markus K. pädophile Neigungen attestiert.

Dann wird ein Beschluss des Amtsgerichts Ettenheim verlesen – es geht um einen Verstoß gegen die Führungsaufsicht durch Markus K. im August 2016. K. brachte damals zu seiner Verteidigung vor, eine Erziehungsberechtigte des Kindes sei im Supermarkt anwesend gewesen. Er habe das Kind nicht allein angesprochen. Dass diese Frau nicht die leibliche Mutter des Kindes sei, habe er nicht erkennen können. Das Gericht folgte dieser Ansicht und sah keinen Verstoß gegen die Weisung gegeben.
Editorial: So geht die Badische Zeitung mit den Prozessen im Missbrauchsfall von Staufen um
Aussage der Polizeibeamtin, die Markus K. betreute
15.30 Uhr Die Polizeibeamtin ist bei der Kriminalpolizei Offenburg "KURS"-Beamtin. "KURS steht für Konzeption im Umgang mit besonders rückfallgefährdeten Sexualstraftätern", erklärt sie. Als im September 2013 die Haftentlassung des Angeklagten anstand, sei noch in der Haft die erste Gefährderansprache durchgeführt worden; er sei auf seine Auflagen hingewiesen worden. Das Ziel sei gewesen, mit ihm im Kontakt zu bleiben, im Blick zu haben, wie es sozial und auch am Arbeitsplatz laufe. Man habe immer wieder Gespräche mit ihm geführt. Markus K. habe alle vier Wochen Kontakt mit dem Polizeiposten Ettenheim gehabt. "Wir haben auch schon mal geschaut, ob sein Auto am Arbeitsplatz steht oder wie sein Tachostand ist und ob der zu seinem Alltag passt", sagt die Polizistin.
"Wir haben als Gesellschaft die Aufgabe, Kinder vor diesen Tätern zu schützen mit allen Mitteln. Hier hat es nicht gereicht." Polizeibeamtin, die Markus K. betreut hat Im August 2016 ...

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