Schäden im Kreis Lörrach

Sturmtief Ignatz fegt Tribünendach des SV Todtnau weg

Sarah Trinler, Hannes Lauber, Ulrich Senf, Jonas Hirt

Von Sarah Trinler, Hannes Lauber, Ulrich Senf & Jonas Hirt

Do, 21. Oktober 2021 um 14:07 Uhr

Todtnau

Sturmtief Ignatz hinterlässt auch im Kreis Lörrach Schäden. Zwar gibt es an den meisten Orten nur kleine Zwischenfälle. In Todtnau wird das Dach der Tribüne des Sportvereins vollständig abgedeckt.

Am frühen Donnerstagmorgen sah die Tribüne des Sportvereins (SV) Todtnau nicht mehr so aus, wie am Tag zuvor. Der Sturm hatte das Dach der Tribüne auf dem Sportplatz "Kandermatt" in Todtnau abgedeckt. "Der Wind muss voll unten reingefahren sein", sagte SV-Vorstand Matthias Kupferschmidt im Gespräch mit der BZ. In der Frühe habe er einen Anruf bekommen, mit der Info, dass das Dach der Tribüne komplett abgedeckt und in Richtung alter Todtnauerliweg gedrückt worden sei. "Ich habe über die Nacht schon wahrgenommen, dass es stark windet und regnet, aber dass es so krass ist, hätte ich nicht gedacht."

SV-Mitglieder und Mitarbeiter der Stadt haben am Donnerstagvormittag alle Hebel in Bewegung gesetzt, an große Planen zu kommen, um die Tribüne provisorisch abdecken zu können. Es handelt sich nämlich um eine Holztribüne, "wir müssen schauen, dass es nicht nach unten durchregnet", sagt Kupferschmidt. Unter der Tribüne befinden sich nämlich Lagerräumlichkeiten sowie der Zugang zu den Kabinen und der Ballraum. Eine größere Fläche an Plane auf die Schnelle zu finden, sei gar nicht so einfach gewesen. Doch noch vor der Mittagszeit waren SV-Mitglieder und städtische Mitarbeiter vor Ort, um die Planen anzubringen.

Höhe des Schadens noch unklar

Viel Herzblut der Mitglieder des SV Todtnau hängt in der Tribüne samt Stadion: 2001 stemmten SV und die Stadt Todtnau gemeinsam einen Kraftakt: Das Stadion plus Gebäude wurde saniert, neu hinzugekommen waren Kunstrasen sowie Tribüne mit 312 modernen Schalensitzen. Nun, 20 Jahre später, hat das Sturmtief Ignatz das Dach mitgenommen. Die Höhe des Schadens ist noch unklar. Auch könne man noch nicht sagen, wann die Tribüne wieder ein Dach bekommen wird, so Kupferschmidt. Er geht davon aus, dass der Spiel- und Trainingsbetrieb stattfinden kann, der Bereich um die Tribüne wird abgesperrt.

Die Lage im Kreis Lörrach

Der kräftige Herbststurm hat im Kreis Lörrach ansonsten eher leichte Spuren hinterlassen. Mehrfach mussten Feuerwehr und Polizei ausrücken, weil umgestürzte Bäume aber auch umgeworfene Bauzäune Straßen blockierten, sagte Polizeisprecher Mathias Albicker auf Anfrage. Vereinzelt waren auch Ziegel von Dächern geweht worden. Am frühen Vormittag waren die meisten Schäden, etwa auch ein Baum, der die B3 zwischen Efringen-Kirchen und Welmlingen blockierte, wieder beseitigt. Trotzdem kam es im Nahverkehr zu Verspätungen.

Betroffen war auch das sogenannte Promillesträßle, die Ortsverbindungsstraße von Märkt nach Kirchen. Die wurde – so wie schon mehrfach in der Vergangenheit – zeitweise gesperrt, wie Hauptamtsleiter Clemens Pfahler erklärt. Betroffen war auch die Verbindungsstraße zwischen Mappach und Winterweiler, die durch den dortigen Wald führt. Pech hatte ein Bürger im Kernort. Dort hatte eine Böe ein Baustellenschild umgeweht. Beim Umfallen hat das Schild wiederum ein dort abgestelltes Auto beschädigt.

Die Feuerwehr Weil am Rhein hat im Stadtgebiet bislang vier Einsätze wegen Sturmschäden gehabt. Drei waren an der Rheinstraße und der Haltinger Straße in Märkt, einer in der Nonnenholzstraße, wo jeweils Äste auf der Straße lagen und fortgeräumt werden mussten. An der Römerstraße waren Styroporplatten auf die Straße geweht worden.

Die Freiwillige Feuerwehr Lörrach hatte laut Kommandant Manuel Müller keinen einzigen Einsatz aufgrund des Sturmtiefs. Laut der Lörracher Stadtverwaltung ist aber auf dem Hauptfriedhof eine circa 16 Meter hohe Birke umgefallen. Verletzt wurde den Angaben der Stadt zufolge niemand.