Furtwangen und Basel

Die Kernkraftzwerge

Wulf Rüskamp

Von Wulf Rüskamp

Mi, 22. Juni 2011

Südwest

Zu wenig Leistung, um auch nur eine Glühbirne zum Glimmen zu bringen: In Furtwangen und Basel stehen zwei kleine Atomreaktoren - zu Schulung von Studierenden.

Mit diesem Atomreaktor kann man noch nicht einmal eine Glühbirne zum Leuchten bringen. Dennoch schaut einmal im Jahr die Atomaufsicht vorbei, und der Tüv prüft regelmäßig die technischen Einrichtungen. Sogar der Verfassungsschutz nimmt alle Jahre die Mitarbeiter unter die Lupe, ob sie Verbindungen in den terroristischen Untergrund haben, und weil mit Abid Hussain der für den Reaktor zuständige Assistent aus Pakistan kommt, kümmert sich der Bundesnachrichtendienst um ihn.

Sabine Prys trägt den Aufwand um ihren kleinen Reaktor mit Fassung. Die Professorin für Grundlagen der Chemie an der Hochschule Furtwangen weiß, was die Gesetze zur Atomsicherheit verlangen – und da macht ihr Schulungsreaktor eben keine Ausnahme. Auch wenn von ihm keine Gefahr ausgeht, wie sie versichert, selbst wenn – nur einmal angenommen – Terroristen bis zu ihm vordringen würden. Denn das Uran ist im Kern fest mit Plastik zu einem Block verbacken und wäre deshalb für sie völlig unbrauchbar.

Aber die technischen Gefahren? Sabine Prys schüttelt leicht den Kopf. Für eine Kernschmelze reicht die Uranmenge nicht – gerade mal 700 Gramm sind in dem 24 Zentimeter hohen Plastikkubus verteilt. Wenn im Inneren die atomaren Kettenreaktionen laufen, dann kann das Kühlungssystem nicht versagen – es gibt gar keins. Die ...

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