Thermen schließen wieder

Martin Pfefferle

Von Martin Pfefferle

Fr, 30. Oktober 2020

Badenweiler

Die Markgräfler Thermen stellen den Betrieb ab Montag ein.

(map/rast). "Ich bin in Schockstarre", sagt Doris Räuber, die Leiterin der Cassiopeia-Therme und Geschäftsführerin der Badenweiler Thermen und Touristik GmbH (BTT). Wie alle Bäder muss auch die Cassiopeia-Therme im Lockdown light von Montag, 2. November, an für mindestens einmal vier Wochen schließen. Das sei "wirklich ein herber Schlag", sagt Räuber. "Ich hoffe nur, dass es bei den vier Wochen bleibt", fügt sie hinzu.

Dabei hat Doris Räuber, wie sie sagt, auf der einen Seite Verständnis für die Maßnahme angesichts der hohen Infektionszahlen derzeit. Auf der anderen Seite aber betont sie, dass Hygienekonzepte erstellt worden seien und auch eingehalten wurden. "Wir haben alles durchgeführt, was verlangt wurde." Auch die Gäste hätten sich vorbildlich an die Vorgaben gehalten. Und so habe es im Zusammenhang mit der Cassiopeia-Therme keine Infektion gegeben. 86 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat die BTT, 15 werden in der Zeit des nun kommenden Lockdowns weiterhin gebraucht, 71 werden in Kurzarbeit geschickt beziehungsweise sind im Urlaub.

Der Einschnitt jetzt ist besonders heftig, weil sich die Gästezahlen in den vergangenen Monaten gut entwickelt hatten. So berappelte sich der Zuspruch auf minus 48 Prozent, im Bereich der Sauna auf minus 20 bis minus 45 Prozent. Dabei, so Räuber, sei aber zu beachten, dass eine hundertprozentige Auslastung gar nicht möglich gewesen wäre – wegen der Corona-Vorgaben. So wurde auch der Verkauf von Jahreskarten eingestellt.

Nun stehen Doris Räuber und die BTT im Austausch mit den Thermen des Südens. Das sind das Radon-Bad in Menzenschwand sowie die Thermen in Bad Säckingen, Freiburg, Bad Krozingen, Bad Bellingen und eben Badenweiler. Dieses Forum biete Raum für Kommunikation und Austausch.

Auch die Balinea-Therme Bad Bellingen hat ab Montag zu. Kurgeschäftsführer Dennis Schneider sagt, betriebswirtschaftlich sei die Schließung verträglich. Die Besucherzahlen seien zuletzt wieder rückläufig gewesen, zuerst als das Elsass zum Risikogebiet erklärt wurde und nochmals deutlicher vergangene Woche mit der Schweiz. Da auch Hotels und Gastronomie von den neuen Maßnahmen betroffen sind, falle die Schließung der Therme für die Gemeinde nicht so schwer ins Gewicht wie zu Beginn der Pandemie.

Die Besucherzahlen hatten sich seit Wiederöffnung im Juni laut Schneider monatsweise gebessert, die Gäste zunehmend Vertrauen zu den umgesetzten Maßnahmen gefasst. "Zuletzt waren alle Mitarbeiter wieder vor Ort und fast alle zu 100 Prozent", sagt Schneider. Jetzt heiße es wieder Betrieb runterfahren, Kosten reduzieren und Kurzarbeit. Schneider geht davon aus, dass die Maßnahmen über den November hinaus fortdauern, "vielleicht bis Ende Jahr oder länger." Ewig sollten sie aber nicht dauern