Zweiter Wahlgang

Uli Burchardt bleibt Oberbürgermeister von Konstanz – aber knapp

Petra Walheim und dpa

Von Petra Walheim & dpa

So, 18. Oktober 2020 um 21:30 Uhr

Südwest

49,5 Prozent der Stimmen reichten für den Sieg im zweiten Wahlgang: Amtsinhaber Uli Burchardt (CDU) bleibt Oberbürgermeister von Konstanz. Linken-Politiker Luigi Pantisano kam auf 45,1 Prozent.

Amtsinhaber Uli Burchardt (CDU) hat es im zweiten Wahlgang doch noch geschafft: Der 49-Jährige bleibt Oberbürgermeister von Konstanz. Er setzte sich am Sonntag mit 49,5 Prozent der Stimmen gegen den 41 Jahre alten Linken-Politiker Luigi Pantisano (45,1 Prozent) durch, der in der ersten Runde vor drei Wochen noch überraschend vorne gelegen war. Die Wahlbeteiligung lag bei 61,4 Prozent.

Es war zu erwarten, dass es ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Amtsinhaber Uli Burchardt und seinem Herausforderer Luigi Pantisano werden würde. Denn im ersten Wahlgang am 27. September hatten 38,3 Prozent der Wahlgänger den 41-jährigen Pantisano gewählt. Burchardt erhielt 35,8 Prozent und lag auf Platz zwei. Auch Andreas Matt, der vor drei Wochen 7,7 Prozent der Stimmen bekommen hatte, trat wieder an, landete aber nur bei 5,1 Prozent. Zwei weitere Kandidaten waren nicht mehr angetreten.

Zu langsam bei der Umsetzung von Entscheidungen?

Der Ausgang des ersten Wahlgangs zeigte, dass Burchardt in der größten Stadt am Bodensee nicht unumstritten ist. Der 49-Jährige wird von CDU, Freien Wählern und FDP unterstützt. Er ist seit September 2012 Konstanzer OB. Ein immer wieder genannter Kritikpunkt ist, dass Entscheidungen zu langsam umgesetzt werden, sei es im Wohnungsbau oder auch in der Verkehrsplanung. Vom Klimanotstand, den Konstanz im Mai 2019 als erste Stadt in Deutschland ausrief, ist nicht mehr viel zu hören. Und auch von Burchardts Vorschlag, am überregional bekannten Seenachtfest für den Klimaschutz auf das Feuerwerk zu verzichten, blieb nichts übrig.

Stadtplaner Pantisano lebt mit seiner Familie in Stuttgart, sitzt dort für die Fraktion "Stuttgart ökologisch sozial"" (SÖS) im Gemeinderat und ist Mitarbeiter im Büro von Co-Bundesparteichef Bernd Riexinger. Zuvor war er bei den Grünen, ist dort aber ausgetreten. In Konstanz wurde er von den Grünen und der Linken unterstützt, verstand sich aber als unabhängiger, überparteilicher Kandidat.

Weitere Wahlen im Land

Auch in Biberach an der Riß wurde gewählt, dort setzte sich der parteilose Oberbürgermeister Norbert Zeidler mit 93 Prozent durch.

Bei der Oberbürgermeisterwahl in Göppingen hat sich am Sonntag noch keiner der fünf Bewerber durchsetzen können. Zwar lag Amtsinhaber Guido Till von der CDU nach Auszählung aller Wahlbezirke mit 36,3 Prozent der Stimmen in Führung. Da er aber laut vorläufigem Ergebnis keine absolute Mehrheit erreichte, wird eine Neuwahl am 8. November nötig, bei der dann die einfache Mehrheit der Stimmen ausreicht.

Auf Platz zwei hinter Till landete am Sonntag der Grünen-Landtagsabgeordnete Alexander Maier mit 30,3 Prozent der Stimmen. Dahinter platzierten sich die parteilosen Bewerber Stefan Horn (20 Prozent), Martin Müller (9,7 Prozent) und Heiko Stobinski (3,3 Prozent). Die Wahlbeteiligung in der Stadt mit knapp 58.000 Einwohnern lag bei rund 37 Prozent.