Corona-Pandemie

Uniklinik Freiburg legt erste Studie zu Covid-19-Patienten vor

Joachim Röderer

Von Joachim Röderer

Fr, 08. Mai 2020 um 07:44 Uhr

Freiburg

Die Uniklinik Freiburg hat bislang 200 Corona-Patienten stationär aufgenommen. Über die ersten 115 gibt es jetzt eine Studie. Sie zeigt: Etwa jeder vierte Covid-19-Intensivpatient ist gestorben.

Von den schwerkranken Covid-19-Patienten, die auf der Intensivstation der Uniklinik Freiburg behandelt werden mussten, waren 78 Prozent Männer. Etwa jeder vierte mit dem Coronavirus infizierte Intensivpatient ist gestorben. Diese Zahlen gehen aus einer neuen Studie hervor. Die Infektiologie der Uniklinik hat dafür die Ergebnisse der Behandlung der ersten 115 der bislang 200 stationär aufgenommenen Corona-Patienten mit schweren Verläufen ausgewertet. Die Studie, unter der Leitung des Infektiologen Winfried Kern und mit Oberarzt Siegbert Rieg als Erstautor entstanden, ist jetzt in der Fachpublikation Deutsche Medizinische Wochenschrift erschienen.

Die 115 für die Studie betrachteten Patienten waren im Durchschnitt 64 Jahre alt. Die Altersspanne reichte von einem zwei Wochen alten Baby bis zu einem 96-jährigen Erkrankten. 37 Prozent der Betroffenen litten unter Vorerkrankungen des Herzens. Jeder Vierte hatte sich in einem Krankenhaus oder einer Pflegeeinrichtung infiziert. 78 Erkrankte konnten auf der Normalstation behandelt werden, 37 mussten wegen Covid-19 auf die Intensivstation.

17 der 115 Patienten waren bis zum Ende des Zeitraums der Studie verstorben

32 Patientinnen und Patienten wurden invasiv und nichtinvasiv beatmet. Acht Infizierte benötigten die sogenannte ECMO-Therapie, bei der eine Maschine vorübergehend die Funktion der Lunge übernimmt. 17 der 115 Patienten waren bis zum Ende des Zeitraums der Studie verstorben. Diese Zahl könne sich noch erhöhen, weil zu dem Zeitpunkt noch nicht bei allen Patienten die Behandlung abgeschlossen gewesen sei, so die Uniklinik. Von den Verstorbenen waren zuvor acht auf der Normalstation behandelt worden. Auf der Intensivstation starben neun von 37 Patienten. Das entspricht einem Anteil von 24 Prozent.

In der Studie ging es auch darum, wie die Uniklinik sich mit einer Taskforce auf die Pandemie vorbereitet hatte. Das Freiburger Großkrankenhaus konnte als eine der ersten Einrichtungen in Deutschland Sars-CoV-2-Tests vornehmen. Durch die Nähe zu Frankreich und der Schweiz wurde die Uniklinik im bundesweiten Vergleich früh mit einer größeren Zahl von Covid-19-Patienten konfrontiert.