Lemuren aus Madagaskar

Varis im Zoo Basel – sie grunzen, quieken, bellen und heulen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 14. August 2019 um 16:01 Uhr

Basel

Eine Vari-Familie ist in den Zoo Basel eingezogen und macht Radau. Die Lemuren, die in freier Wildbahn nur in Madagaskar vorkommen, sind vom Aussterben bedroht.

Eine Vari-Familie ist am 16. Juli im Zoo Basel eingezogen. Die quirlige fünfköpfige Schar besteht aus zwei jungen Männchen, einem Weibchen und den Eltern der drei. Die vom Aussterben bedrohten Schwarzweißen Varis gehören zu den Lemuren, einer Primatengruppe, die nur auf Madagaskar vorkommt.

Der neu angekommenen Vari-Familie gefällt es auf der Insel im Zoo Basel: Alle fünf rufen und heulen gerne im Chor. Das sehr laute Geschrei ist eine Mischung aus Grunzen, Quieken, Bellen und Heulen und habe schon manchem Besucher einen kurzen Schrecken versetzt, heißt es in der Mitteilung des Zoos.



Den eher niedlich aussehenden Tieren würde man einen solchen Lärm kaum zutrauen. Varis festigen mit ihren Rufen den Zusammenhalt der Gruppe, markieren ihr Revier und warnen sich gegenseitig vor Fressfeinden. Varis kommunizieren aber nicht nur über Rufe, sondern wie alle Halbaffen auch mit Duftmarken. Die Weibchen reiben die Duftdrüsen am Hinterteil zum Markieren an Objekte. Bei Männchen sitzen diese Drüsen an Nacken, Schnauze und Brust, weshalb sie die zu markierenden Objekte regelrecht umarmen.

Versuch 2016 hat nicht funktioniert

Bereits 2016 zogen zwei männliche Varis auf die Insel im Zoo Basel. Geplant war, dass die beiden von Weibchen aus einem Zuchtprogramm für Schwarzweiße Varis, Gesellschaft bekommen und für Nachwuchs sorgen. Aber im Zuchtprogramm fanden sich keine passenden Weibchen für die beiden Junggesellen. Sie leben heute im Zoo Apenheul in Apeldoorn (Niederlande) in einer Männchengruppe. Die neue Familie stammt aus dem Vallée des Singes in Romagne (Frankreich).

Varis gebären bis zu fünf Junge auf einmal. Als einzige Primaten bauen Varis ein Nest für ihren Nachwuchs. In den ersten zwei bis drei Lebenswochen tragen sie die Jungen auf der Futtersuche nicht wie andere Affenarten mit, sondern lassen sie im Nest zurück. Später tragen sie die Jungen – ähnlich wie Hunde oder Katzen es tun – im Maul herum.