Verbandsorden für Oberzunftmeister

Markus Zimmermann

Von Markus Zimmermann

Sa, 22. Februar 2020

Denzlingen

Andrea und Frank Karl sind neue Ehrenkolbenträger der Denzlinger Welschkorngeister.

DENZLINGEN. Andrea und Frank Karl sind die Ehrenkolbenträger Nummer 55 und 56. "Die beiden hänns verdient", sagten die Laudatoren Heidi Feser und Manfred Elfental, die die Auszeichnung der Welschkorngeister im Vorjahr erhalten hatten. Seit 1986 ehrt die Zunft mit dem Kolben als Orden und der entsprechenden Urkunde Freunde der Denzlinger Fasnet, die keine Zunftangehörigen, der Zunft jedoch sehr verbunden sind. In diesem Jahr sind dies der Schwabe, der schon in jungen Jahren nach Baden immigrierte, und seine aus Heuweiler stammende Ehefrau, die "keine Bitte der Welschkorngeister abschlagen und bei der kreativen Umsetzung keine Wünsche offenlasse". Doch nicht nur als Unterstützer der Zunft sind sie bei der örtlichen Fasnet präsent. Mit dem Milchgässleverein sind sie seit vielen Jahren beim Rosenmontagsumzug, was, so Frank Karl, "weil die meisten der Mitglieder mittlerweile unsere Kinder sein könnten, jung hält".

Überreicht wurde den Beiden der Orden während des Nudelsuppenessens im Narrenheim beim Heimethues von Oberzunftmeister Michael Heizmann, dessen Brust nun ein Orden mehr schmückt. Seit 1986 trägt der 38-Jährige das Häs, also bevor er zur Schule ging, und übernahm 2003 als Obergeist erstmals Verantwortung für die Zunft. "Seit 2014 ist er Oberzunftmeister", sagte sein Vor-Vor-Gänger Werner Kunkler. Als Kanzelar des Verbandes der Oberrheinischen Narrenzünfte ehrte er Heizmann mit dem silbernen Verbandsorden. "Langjährige Mitgliedschaft ist Indiz dafür, dass sich die Menschen in der Zunft wohlfühlen können", so Kunkler. Die Welschkorngeister seien bekannt dafür, dass sie mutig auch immer einmal wieder neue Wege gehen. Das mache die Zunft auch für Junge attraktiv.

Am Abend dann wurde der Narrenbaum beim Heimethues gestellt. Dort versammelten sich viele Hemdglunker und zogen, als der Baum senkrecht stand, als närrische Karawane zum Rathausplatz, um die Macht zu übernehmen. Statt Balkonsturm, wie seit Jahrzehnten, wurde der Bürgermeister gefesselt vorgeführt, die Proklamation der närrischen Macht fand im Zelt statt, bevor Jung und Alt im Nachtgewand durch den Ort zogen – allen voran Dlächdängler Gugge und Fackelträger der Welschkorngeister als Begleiter. Steinbruchhexen und Grotte-Hexen waren wie schon am Morgen bei der Befreiung der Schüler nicht dabei.