Rücksendung

Viele Online-Bestellungen können trotz Corona widerrufen werden

Oliver Buttler

Von Oliver Buttler

Di, 07. Juli 2020 um 16:22 Uhr

Wirtschaft

Im Internet haben Käufer grundsätzlich ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Sogenannte "Hygieneparagraphen" werden von Händler immer wieder geltend gemacht – doch sie treffen nur auf Ausnahmen zu.

Frau K. hatte in einem Onlineshop eine teure Smartwatch gekauft. Nach der Lieferung entschied sie sich um und machte von ihrem 14-tägigen Widerrufsrecht Gebrauch. Verbraucher haben bei Käufen im Internet grundsätzlich ein 14-tägiges Widerrufsrecht, das heißt, sie dürfen Verträge widerrufen und gekaufte Waren ohne Angabe von Gründen innerhalb dieser Frist zurückgeben.

Händler verweist auf "Hygieneparagraphen"

Im Fall von Frau K. lehnte der Händler dies ab und verwies auf einen "Hygieneparagraphen", nach dem er versiegelte Produkte, die geöffnet wurden, nicht zurücknehmen müsse. Frau K. wandte sich an die Verbraucherzentrale. Tatsächlich war die Aussage des Händlers so nicht korrekt. Zwar sieht das Widerrufsrecht ein paar Ausnahmen vor, unter anderem aus hygienischen Gründen.

Armbanduhren fallen jedoch nicht darunter. Es ist schließlich auch kein Problem, Uhren in einem Ladengeschäft anzuprobieren. Machen Händler gegenüber Verbrauchern falsche Angaben, ist das ein klarer Fall von Irreführung. Denn möglicherweise verzichten Verbraucher dann auf ihnen zustehende Rechte und verlieren dabei viel Geld.

Rechtliche Schritte gegen den Händler

In diesem Fall hat die Verbraucherzentrale rechtliche Schritte eingeleitet und den Händler abgemahnt. Mit der Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung hat dieser sich nun verpflichtet, solche falschen Behauptungen künftig zu unterlassen und Verbraucher korrekt über ihre Rechte zu informieren.
Zur Person
Oliver Buttler ist Abteilungsleiter Telekommunikation, Internet und Verbraucherrecht der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.
Internet: http://www.vz-bawue.de
Mail: info@vz-bawue.de
Tel. 0711 / 669110