Bilanzpressekonferenz

Volksbank Freiburg erwartet weiteres Wachstum

Barbara Schmidt

Von Barbara Schmidt

Mo, 18. Februar 2019 um 18:20 Uhr

Wirtschaft

Das Freiburger Geldhaus steigert im Geschäftsjahr 2018 seine Bilanzsumme und sein Kundenvolumen. Vorstandssprecher Uwe Barth sieht "in der Region eine stabile wirtschaftliche Entwicklung".

Die Volksbank Freiburg hat ein erfolgreiches Geschäftsjahr hinter sich und erwartet für 2019 weiteres Wachstum. Trotz der Anzeichen für eine Abkühlung der Konjunktur und Unsicherheiten durch Handelsstreit oder Brexit "sehen wir hier in der Region nach wie vor eine stabile wirtschaftliche Entwicklung", sagte Vorstandssprecher Uwe Barth in der Bilanzpressekonferenz in Freiburg am Montag. Die Auftragsbücher der Unternehmen seien gut gefüllt, der Risikovorsorgebedarf für mögliche Insolvenzen und den daraus folgenden Ausfall von Krediten bleibe moderat.

Beispielsweise wären von einem (ungeordneten) EU-Austritt Großbritanniens 20 bis 30 Kunden betroffen, "das ist übersichtlich", sagte der Firmenkunden-Verantwortliche Volker Spietenborg. Die Volksbank hat ihren Eigenkapitalanteil 2018 weiter erhöht. Vom Betriebsergebnis vor Bewertung von 28,9 Millionen Euro (2017: 30,3 Millionen Euro) sei der größte Teil ins Eigenkapital geflossen, betonte Barth. Der Anteil liege jetzt bei 18 Prozent und damit über dem vorgeschriebenen Minimum von 10,875 Prozent. "Wir sehen uns ausreichend kapitalisiert, auch für die nächsten Jahre", so Barth.

Die Volksbank erreichte 2018 eine Bilanzsumme von 3,21 Milliarden Euro – 50 Millionen mehr als im Jahr zuvor. Das betreute Kundenvolumen lag laut Barth erstmals über sechs Milliarden Euro. Dazu zählen neben den Spareinlagen und Krediten der Kunden auch deren Wertpapieranlagen, Bausparverträge und Versicherungen. Damit zähle das Freiburger Institut zu den zehn größten Volks- und Raiffeisenbanken im Land, so Barth. Zum Vergleich: Die Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau hat eine Bilanzsumme von gut sechs Milliarden Euro.

Sehr kräftig entwickelte sich das Kreditgeschäft: Von den neu ausgegebenen Darlehen im Wert von 566 Millionen Euro entfielen 290 Millionen Euro auf Privatkunden und hier hauptsächlich auf Baufinanzierungen. Dem Gesamtkreditbestand von 2,15 Milliarden Euro standen 2,43 Milliarden Euro an Spareinlagen gegenüber. Das sei eine gute Balance, meinte Barth; "es ist ein Wachstum, mit dem wir sehr zufrieden sind". Doch selbst dieses Wachstum reiche nicht aus, um die niedrigen Zinseinnahmen auszugleichen. Der Zinsüberschuss als wichtigste Geldquelle der Bank sank im Vergleich zum Vorjahr um gut zwei Millionen auf 56,8 Millionen Euro.

Allerdings hat die Bank auch Kosten gesenkt, allein der Personalaufwand verringerte sich um gut zwei Millionen Euro. Die Zahl der Mitarbeiter sank um 43 auf 437, die Zahl der Geschäftsstellen um acht auf 35. Damit sei der Umbau des Filialnetzes abgeschlossen, sagte Barth. Die Bank sei in der Fläche nach wie vor gut vertreten, weite zusätzlich aber ihre digitalen Angebote aus, denn Ziel sei es, "beide Welten perfekt zu vereinbaren".