VON HERZEN: Loben verbessert die Beziehung

Claudia Füßler

Von Claudia Füßler

Sa, 11. September 2021

Liebe & Familie

Die Beziehungsforschung hat es ausgerechnet: Für ein gutes Miteinander von zwei Menschen sollte das Lob-Kritik-Verhältnis bei 5 zu 1 liegen. Heißt: Für jeden ausgeteilten Tadel braucht es fünfmal lobende Worte, nach einer Zurückweisung fünfmal aktive Zuwendung. Stimmt dieses Verhältnis nicht, bleiben Verletzungen hängen und die Beziehung gerät in eine emotionale Schieflage. Wer keine Strichliste führen möchte, ist gut beraten, generell häufig zu loben oder positive Dinge zu tun und zu sagen. Was wiederum nicht heißt, den Partner gar nicht zu kritisieren. "Ich kann und sollte dem Partner immer sagen, wenn mir etwas grundsätzlich nicht gefällt", sagt der Psychologe und Buchautor Wolfgang Krüger. Das Kritisieren ihres Partners kriegen die meisten Menschen auch problemlos hin, das Austeilen von Anerkennung hingegen weniger. "Das fällt vielen oft sehr schwer, weil sie das Gefühl haben, dass der andere unser Lob nicht verdient hat", sagt Krüger. "Wir ärgern uns zu sehr über ihn, sind enttäuscht und entsprechend zugeknöpft." Insofern gehöre zum Loben eine Ambivalenzfähigkeit. Dann können wir den anderen positiv sehen, selbst wenn uns manches an ihm ärgert. Wer genügend lobt, verbessert damit fast automatisch die Qualität der eigenen Beziehung, und macht sich somit selbst ein Stück glücklicher.