Das macht Schule

Von Lateinliebe und nachhaltigen Mikrorepubliken

Stephanie Streif

Von Stephanie Streif

Fr, 07. Oktober 2022 um 22:01 Uhr

Freiburg

Das Montessori Zentrum Angell hat den Deutschen Schulpreis nicht nach Freiburg geholt. Dafür hatte das Deutsch-Französische-Gymnasium einen Auftritt in Paris. Es ist wieder einiges los an Freiburgs Schulen.

Montessori Zentrum: Dabei sein ist alles

Das Montessori Zentrum Angell im Stadtteil Wiehre war eine von 15 Schulen, die für den Deutschen Schulpreis 2022 nominiert waren. Am 28. September fand in Berlin die Preisverleihung statt. Einen der ersten Plätze konnte das Montessori Zentrum Angell nicht ergattern. Der mit 100 000 Euro dotierte Hauptpreis ging an das Regionale Berufliche Bildungszentrum Müritz (Mecklenburg-Vorpommern). Die Berlinreise hat sich für die Freiburger dennoch gelohnt: Sie kehrten mit einem Preisgeld in Höhe von 5000 Euro zurück. Und mit vielen spannenden Anregungen: "Durch viele Gespräche am Rande der Veranstaltung bekamen wir auch einige wertvolle Ideen für die weitere Entwicklung unserer Schule", so Alexander Hochsprung, pädagogischer Geschäftsführer des Montessori Zentrums. 97 Schulen hatten sich um den Preis beworben.

DFG: Unter Politikern

Das ist schon was, wenn eine Freiburger Schülerin in der französischen Nationalversammlung in Paris vorträgt, was Schule in Sachen Nachhaltigkeit alles auf die Beine stellen kann. Sophia Papanastassiou, Schülerin des Deutsch-Französischen-Gymnasiums (DFG), stellte am 16. September im französischen Unterhaus die Dreisam-Republik vor, ein DFG-Projekt, das die Schule vor den Sommerferien in einen nachhaltigen Mikrostaat verwandelte. Das Projekt hat den Politikern in Paris so gut gefallen, dass es vom französischen Bildungsminister Pap Ndiaye bereits im Juni ausgezeichnet wurde – es gehört zu den vier besten Projekten im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung in Frankreich und unter den französischen Schulen im Ausland. Einberufen hatte das Treffen für nachhaltige Entwicklung die französische Nationalversammlung.

Friedrich-Gymnasium: Lateinliebe

Latein kann man hassen oder lieben, heißt es oft unter Schülerinnen und Schülern (unter Erwachsenen im übrigen auch). Der Elftklässler Fabian Hubach muss das Fach einfach lieben. Hubach geht aufs Friedrich-Gymnasium in Herdern und hat das Sprachenturnier des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen gewonnen. Hubachs Erfolg in Zahlen: Von mehr als 1800 Schülerinnen und Schülern aus den Klassen 8 bis 10, die an dem Wettbewerb teilgenommen haben, war er der Beste. Für den Sieger sprang ein Stipendium für die Teilnahme an einem Seminar des International Student Leadership Institute (ISLI) in Oberwesel am Rhein sowie ein Preisgeld in Höhe von 300 Euro heraus.



Vigeliusschule: Kunst am Abend

Bei Team-Building-Maßnahmen an Schulen will man in der Regel die Klassengemeinschaft stärken. Die Vigeliusschule in Haslach hat das Konzept nun auch auf ihr Kollegium übertragen. Zum Hintergrund: Das Kollegium hatte sich zum Schuljahreswechsel neu zusammengesetzt. 10 von 40 Lehrkräften kamen neu an die Schule. In der ersten Schulwoche Mitte September traf sich das Kollegium an einem Abend, um unter Anleitung der Künstlerin Corinna Wünsche ein großformatiges (und gemeinschaftsstärkendes) Kunstwerk zu schaffen, das sich aus vielen Einzelarbeiten zusammensetzte – Leinwand für Leinwand. Das Gemeinschaftswerk soll jetzt schnellstmöglich an die Wand im Lehrerzimmer gebracht werden. Ein Stück Erinnerung an den gemeinsamen Neustart.

Eucken-Gymnasium: Für Spenden rennen

Kaum hatte das neue Schuljahr begonnen, rannten die Schülerinnen und Schüler des Walter-Eucken-Gymnasiums auch schon los: Für den 20. September organisierte das Schülersprecher-Team der Schule einen Spendenlauf im Seeparkstadion. Über 500 Schülerinnen und Schüler nahmen daran teil. Noch ist nicht raus, wie viel Spenden bei dem Lauf zusammen kamen. Ein Schüler legte sich für die Aktion so ins Zeug, dass er 50 Stadionrunden drehte. Gespendet werden soll das Geld an Unicef. Es soll Kindern in Madagaskar zugute kommen.