Vor allem kranke Eschen werden entfernt

Mario Schöneberg

Von Mario Schöneberg

Do, 12. November 2020

Gottenheim

Weil mehr Holz geschlagen wurde als geplant, bringt der Gottenheimer Wald einen Gewinn ein.

. Es ist paradox, doch der größere Holzeinschlag wegen des Eschentriebsterbens sorgt für positive Betriebsergebnisse im Gottenheimer Gemeindewald. Beim Rückblick auf das Forstjahr 2019 und beim Ausblick auf 2021 stellte sich der neue Leiter des Forstamtes Staufen, Michael Kilian, vor und erklärte, dass der Gottenheimer Wald ein Aufbaubetrieb werde.

Von einem guten finanziellen Ergebnis im Jahr 2019 berichtete Revierförster Martin Ehrler. Ein Vollernter vor Ort und Abholzungen entlang der Breisgau-S-Bahn hätten dazu geführt, dass mehr Industrieholz als geplant eingeschlagen wurde, in erster Linie kranke Eschen. Statt der geplanten schwarzen Null wurde nun bei Einnahmen von rund 133 350 Euro ein Gewinn von 34 900 Euro erzielt. Grund hierfür war der Mehreinschlag: Statt geplanter 1300 Festmeter wurden 2193 Festmeter Holz geerntet.

Bedeutsam bei den Ausgaben waren die neuen Kulturen, die mit knapp 24 700 Euro zu Buche schlugen. In Zukunft könnte auch die Wiederherstellung von Wegen für zusätzliche Ausgaben sorgen, erklärte der Revierförster. Auch 2020 werde mit bis zu 2200 Festmetern etwa 500 Festmeter mehr Holz eingeschlagen als geplant.

Kein Baum der Zukunft, sondern klimastabiler Mix

Für den Ausblick war Michael Kilian zuständig, der Forstdirektor sollte auch die Frage von Bürgermeister Christian Riesterer nach dem Baum der Zukunft beantworten. Das Regierungspräsidium erarbeite gerade das neue Forsteinrichtungswerk für den Gottenheimer Wald, daher plane man derzeit noch etwas ungenau, sagte Kilian. Voraussichtlich würden rund 1800 Festmeter Holz geerntet, finanziell plane man mit einer schwarzen Null. Zurückblickend habe die Gemeinde im Wald im Schnitt 4400 Euro im Jahr erlöst, doch die Einnahmen seien neben den anderen Funktionen des Waldes, zum Beispiel zum Natur- und Klimaschutz oder zur Erholung, nur zweitrangig.

Durch die Ernte der vielen kranken Eschen sei dem Gottenheimer Wald in den zurückliegenden Jahren gut 20 Prozent mehr Holz entnommen worden als geplant. Noch vor zehn Jahren, sagte Kilian, hätten die Eschen hier 41 Prozent der Bäume ausgemacht. Im Schnitt seien in der Vergangenheit daher je Hektar und Jahr 7,4 Festmeter Holz gefällt worden, während laut Planung aber nur 5,3 Festmeter nachwachsen konnten. Daher entwickle sich der Gottenheimer Wald nach der Entnahme der kranken Eschen zu einem Aufbaubetrieb, für den es aber den einen Baum der Zukunft nicht gebe. Vielmehr setze man beim Forstamt auf eine Verjüngung des Walds und einen Mix aus möglichst klimastabilen, standortgerechten Baumarten. Insgesamt seien Mischwälder viel stabiler, was Veränderungen beim Wetter oder Krankheiten angehe.